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Ist das Führen eines Gefahrstoffverzeichnisses nach der Gefahrstoffverordnung 2010 noch erforderlich?

KomNet Dialog 13118

Stand: 18.06.2012

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (5.)

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Frage:

Ist das Führen eines Gefahrstoffverzeichnisses nach der neuen Gefahrstoffverordnung von 2010 noch erforderlich, auch wenn es sich um nur wenige eingesetzte Stoffe im Betrieb handelt?

Antwort:

Auch die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) vom November 2010 fordert weiterhin grundsätzlich das Führen eines Gefahrstoffverzeichnisses. Denn hierzu wird im § 6 "Informationsermittlung und Gefährdungsbeurteilung" in den Absätzen 10 und 11 der GefStoffV folgendes festgelegt:

"(10) Der Arbeitgeber hat ein Verzeichnis der im Betrieb verwendeten Gefahrstoffe zu führen, in dem auf die entsprechenden Sicherheitsdatenblätter verwiesen wird. Das Verzeichnis muss mindestens folgende Angaben enthalten:

1.Bezeichnung des Gefahrstoffs,
2.Einstufung des Gefahrstoffs oder Angaben zu den gefährlichen Eigenschaften,
3.Angaben zu den im Betrieb verwendeten Mengenbereichen,
4.Bezeichnung der Arbeitsbereiche, in denen Beschäftigte dem Gefahrstoff ausgesetzt sein können.

Die Sätze 1 und 2 gelten nicht, wenn nur Tätigkeiten mit geringer Gefährdung nach Absatz 11 ausgeübt werden. Die Angaben nach Satz 2 Nummer 1, 2 und 4 müssen allen betroffenen Beschäftigten und ihrer Vertretung zugänglich sein."

"(11) Ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung für bestimmte Tätigkeiten auf Grund

1.der dem Gefahrstoff zugeordneten Gefährlichkeitsmerkmale,
2.einer geringen verwendeten Stoffmenge,
3.einer nach Höhe und Dauer niedrigen Exposition und
4.der Arbeitsbedingungen
insgesamt eine nur geringe Gefährdung der Beschäftigten und reichen die nach § 8 zu ergreifenden Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten aus, so müssen keine weiteren Maßnahmen des Abschnitts 4 ergriffen werden."

D. h. die Verpflichtung zum Erstellen und Pflegen eines Gefahrstoffverzeichnisses hängt nicht von der Anzahl der im Betrieb eingesetzten Stoffe ab, sondern vom Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung nach den o. g. Regelungen. Hierzu sind u. a. die in der TRGS 400 "Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen" in den Ziffern 4.7 "Gefahrstoffverzeichnis" und 6.2 "Tätigkeiten mit geringer Gefährdung" ausgeführten Hilfestellungen zu beachten.