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KomNet-Wissensdatenbank

Muss für einen Laser der Klasse 4, der durch Kapselung des Gesamtgerätes als Laser der Klasse 1 eingestuft ist, ein Laserschutzbeauftragter bestellt werden?

KomNet Dialog 13089

Stand: 24.02.2011

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Nichtionisierende Strahlung > Laser

Dialog
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Frage:

Muss für einen Laser der Klasse 4, der durch Kapselung des Gesamtgerätes als Laser der Klasse 1 eingestuft ist, ein Laserschutzbeauftragter bestellt werden? Wenn dieser mit Klasse 1 gekennzeichnete Laser (gekapselter Klasse 4-Laser) an eine andere Firma verliehen wird, benötigt dann die Entleiher-Firma ebenfalls einen Laserschutzbeaufragten oder kann diese Aufgabe der Laserschutzbeauftragte der Verleiherfirma abdecken?

Antwort:

Zu Teil 1 der Frage:

Gemäss  § 5 "Fachkundige Personen" der Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung - OStrV (siehe auch Informationen unter  www.baua.de ) hat der Arbeitgeber, sofern er nicht selbst über die erforderliche Sachkunde verfügt, vor der Aufnahme des Betriebs von Lasern der Klassen 3R, 3B und 4, einen sachkundigen Laserschutzbeauftragten schriftlich zu bestellen.

Die berufsgenossenschaftliche Vorschrift BGV B 2 "Laserstrahlung" www.dguv.de/inhalt/medien/datenbank/index.jsp verpflichtet den Unternehmer unter § 6 für den Betrieb von Lasereinrichtungen der Klassen 3 B oder 4 Sachkundige als Laserschutzbeauftragte schriftlich zu bestellen.
 
Bei der Einteilung in die Laserklassen wird die Gefährdung der Augen besonders berücksichtigt, denn wenn Auge oder Haut in gleicher Weise bestrahlt werden können, ist das Auge in der Regel das gefährdetere Organ.
Die Klassifizierung erfolgt nach DIN EN 60 825-1 "Sicherheit von Laser-Einrichtungen; Teil 1: Klassifizierung von Anlagen, Anforderungen und Benutzer-Richtlinien". (DA zu § 3 BGV B2)

In der v.g. Durchführungsanweisung wird bei der Einteilung der Laser in Klassen stets die zugängliche Laserstrahlung als Einstufungskriterium genannt.
In dem in der Frage beschriebenen Fall (Klasse 1 Laser) ist also eine Bestellung eines Laserschutzbeauftragten nicht notwendig, so lange der Laser der Klasse 4 nicht zugänglich ist, also solange wie Beschäftigte die Gerätekapselung nicht entfernen müssen (z.B. für Justagearbeiten, Instandhaltung etc.).

Zu Teil 2 der Frage:
Da kein Laserschutzbeauftragter für den Betrieb eines Laser der Klasse 1 benötigt wird, ist bei der Entleiher-Firma ebenfalls keiner zu bestellen.

Auf die Unterweisung bei Gefährdungen der Beschäftigten durch künstliche optische Strahlung am Arbeitsplatz gemäß § 8 der OStrV und § 8 der BGV B 2 weisen wir hin.
Auf die Informationen unter www.bgetem.de/praev/praev_e-technik_laser.html weisen wir ebenfalls hin.