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Verliert ein Beschäftigter im Falle eines Arbeitsunfalls den Versicherungsschutz, wenn in den Arbeitsschuhen die privaten orthopädischen Einlagen getragen werden oder Einlagen die der Komfortverbesserung dienen?

KomNet Dialog 13082

Stand: 23.02.2011

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Betriebliches Arbeitsschutzsystem > Unfallversicherung

Dialog
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Frage:

Veränderungen an Arbeitsschutzschuhen unter Berücksichtigung der BGR 191 und DIN EN 344ff. Unter der Vorraussetzung, dass die Ursache eines Arbeitsunfalls eindeutig auf die "Veränderung" am Schuh zurückzuführen ist, wie zum Beispiel verminderte Isolation gegen Elektrizität oder verminderter Platz unter der Zehenschutzkappe durch die eingelegte Sohlen, verliert ein Mitarbeiter im Falle des Arbeitsunfalls den Versicherungsschutz, wenn in den Arbeitsschuhen die privaten orthopädischen Einlagen getragen werden oder Einlagen die der Komfortverbesserung (Alusohlen, Lammfellsohlen, Schweißeinlagen etc.) dienen? Dürfen dann demnach ausschließlich vom Hersteller "freigegebene" Einlagen und Sohlen benutzt werden (wie momentan von allen Schuhherstellern behauptet). Ist das Einlegen in den Arbeitsschuh einer "privaten" orthopädischen Sohle, welche außerhalb der Arbeitszeit im eigenen Straßenschuh getragen wird bereits eine sog. orthopädische Zurichtung?

Antwort:

Bei orthopädischen Einlagen gilt, dass diese im Sicherheitsschuh getragen werden dürfen, "vorausgesetzt, für diesen Fußschutz mit dieser Einlage gibt es eine positive Baumusterprüfbescheinigung und eine Konformitätserklärung des Herstellers. Bei der Verwendung von losen Schuheinlagen in einem beliebigen Fußschutz sind einerseits die rechtlichen Voraussetzungen nicht erfüllt und es kann andererseits z. B. die elektrische Leitfähigkeit oder die Resthöhe unter der Zehenkappe beeinträchtigt werden. Die jeweiligen Schuhhersteller erteilen Auskunft darüber, ob und welche Einlagen verwendet werden dürfen."
Auf der Homepage des Fachausschusses „Persönliche Schutzausrüstungen“ Themenfeld „Fußschutz“ werden weitergehende Informationen (u.a. eine Positivliste) angeboten.

Ob die nicht bestimmungsmäße Benutzung von privaten Einlagen in Arbeitsschuhen zum Verlust des Unfallversicherungsschutz führt, kann von hier nicht beantwortet werden. Dazu kann nur der zuständige Unfallversicherungsträger Auskunft geben.