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Ist eine Dienststelle verpflichtet, Dieselkraftstoff für ein Notstromaggregat mit ins Gefahrstoffverzeichnis aufzunehmen?

KomNet Dialog 13049

Stand: 27.06.2012

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Allgemeine Fragen zum Gefahrstoffrecht > Rechts- und Auslegungsfragen (5.)

Dialog
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Frage:

In einem Dienstgebäude steht ein Raum zur Verfügung, in dem ein Notstromaggregat untergebracht ist. Diese Anlage wird mit Dieselkraftstoff betrieben. 700 l Dieselkraftstoff werden in dem Tank gelagert. Ist die Dienststelle verpflichtet, den Dieselkraftstoff mit ins Gefahrstoffverzeichnis aufzunehmen? (Zu dieser Räumlichkeit haben die Beschäftigten keinen Zutritt.) Ist eine zusätzliche Kennzeichnung an der Tür zum Raum des Notstromaggregat erforderlich? Wenn ja, welche?

Antwort:

Dieselkraftstoff hat einen Flammpunkt von 56 °C und ist daher gemäß Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) als entzündbare Flüssigkeit  eingestuft. Deshalb ist der Kraftstoff in das Gefahrstoffverzeichnis aufzunehmen.

Auf Grundlage des Arbeitsschutzes ist keine Kennzeichnung des Raumes erforderlich.
Für die Einsatzkräfte der Feuerwehr kann es sinnvoll sein, wenn sich an der Tür des Lagerraums ein geprägtes Blechschild befindet, das z.B. den folgenden Hinweis enthalten kann: "Notstrom/Dieseltank". Ein solches Schild würde Einsatzkräften eine schnellere Einschätzung einer Gefahrensituation ermöglichen. Es gibt allerdings keine zwingenden Vorschriften, die die Anbringung eines solchen Schildes vorschreiben.

Ein geprägtes Blechschild ermöglicht es, den Text nach einer Beaufschlagung des Schildes durch Flammen noch zu erfühlen. Ein Schild aus Papier würde einfach verbrennen.