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Ist es richtig, dass in der Zahnmedizin bei Bissflügelaufnahmen mit digitaler Röntgentechnik keine Bleischürze zum Schutz der Patienten erforderlich ist?

KomNet Dialog 12904

Stand: 01.02.2011

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Ionisierende Strahlung > Röntgeneinrichtungen, Störstrahler

Dialog
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Frage:

Ist es richtig, dass in der Zahnmedizin bei Bissflügelaufnahmen mit digitaler Röntgentechnik keine Bleischürze zum Schutz der Patienten erforderlich ist? Macht es dabei einen Unterschied, ob dieses Röntgen im Sitzen oder im Stehen durchgeführt wird?

Antwort:

Bei der Bissflügelaufnahme wird ein kleiner Röntgenfilm verwendet, der mit einem Flügel versehen ist, auf den der Patient aufbeißt. So wird erreicht, dass gleichzeitig der Kronenbereich sowohl des Ober- als auch des Unterkieferseitenzähne auf einer Aufnahme dargestellt sind.
Grundsätzlich gelten hier dieselben Regeln wie für alle (ob analog oder digital, sitzend oder stehend) Röntgenaufnahmen, wobei zu vermerken ist, dass in der Zahnmedizin die entstehende Strahlenexposition geringer ist.
Dennoch haben sich immer wieder die Strahlenschutzgremien in Deutschland dafür ausgesprochen, dass Patientenschutzkleidung erforderlich ist. Dies ist nachzulesen in der „Richtlinie für die technische Prüfung von Röntgeneinrichtungen und genehmigungsbedürftigen Störstrahlern - Richtlinie für Sachverständigenprüfungen nach der Röntgenverordnung (SV-RL) - vom 09. Januar 2009, letztmalig geändert durch Rundschreiben vom 06.12.2010 http://www.bmu.de/strahlenschutz/downloads/doc/5765.php .

In der „Anlage III
Erforderliche Patientenschutzmittel bei Röntgeneinrichtungen zur Untersuchung von Menschen“:

Zahnheilkunde(einschließlich DVT):

- Patientenschutzschürze (am Hals anschließend)
- oder Patientenschutzschild (für Dentalgerät mit Tubus)
- Patientenschutzschürze (am Hals anschließend und den Rücken schützend)