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Entfernung von asbesthaltigen Korrosionsanstrichen durch Strahlen

KomNet Dialog 1289

Stand:

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Verwendungsverbote > Asbest

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Frage:

Welche Vorschriften sind beim Entfernen von asbesthaltigen Korrosionsanstrichen durch Strahlen zu beachten?

Antwort:

Die beim Entfernen von asbesthaltigen Altbeschichtungen zum Einsatz kommenden Strahlverfahren sind den oberflächenabtragenden Bearbeitungsverfahren zuzuordnen, die nach Anhang IV Nr. 1 Abs. 2 Ziff. 2 GefStoffV vom Asbestverwendungsverbot erfasst werden. Diese Bearbeitungsverfahren dürfen daher nur angewendet werden, wenn der ausführenden Firma eine Ausnahmegenehmigung nach § 43 Abs. 7 GefStoffV erteilt worden ist. Wegen der beim Strahlen auftretenden extrem hohen Faserbelastung (ja nach Verfahren bis zu 7 Mio Faser/cbm) sind besondere Arbeitsschutzmaßnahmen wie beim Umgang mit schwach gebundenem Asbest erforderlich, so dass bei der Erteilung der Ausnahmegenehmigung ein strenger Maßstab angelegt werden muss. Bei der Entnahme und Aufbereitung von Proben für die Bestimmung von Asbest in der Altbeschichtung ist die VDI-Richtlinie 3866 anzuwenden. Die obersten Arbeitsschutzbehörden der Länder haben ein Merkblatt für die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen für das Entfernen von asbesthaltigen Korrosionsbeschichtungen durch oberflächenabtragende Bearbeitungsverfahren (z.B. Strahlen) herausgegeben, das den Gewerbeaufsichtsämtern/Ämtern für Arbeitsschutz vorliegt. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Wohnungswesen hat dazu das Merkblatt über die Entschichtung von asbesthaltigen Altanstrichen im Stahlwasserbau der WSV am 15.11.1999 herausgegeben. (Stand: 2000)