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KomNet-Wissensdatenbank

Müssen beim Transport von ölgefüllten Maschinen besondere Maßnahmen getroffen werden?

KomNet Dialog 12792

Stand: 20.01.2011

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Sicherer Transport > Be- und Entladen, Ladungssicherung

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Frage:

Beim Transport von Maschinen mit Lkws und per Seefracht ist in den Maschinen Getriebeöl (40 Liter bis 60 Liter) enthalten. Ist das zulässig, oder müssen Maßnahmen ergriffen werden?

Antwort:

In Bezug auf den Straßentransport ist das Getriebeöl für das ADR/Gefahrgutrecht nicht weiter relevant, da es sich in einem geschlossenen System befindet und es zur Maschine gehört (mitgeführt wird) und daher für den Bereich der Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt - GGVSEB freigestellt ist.
Dort heißt es gemäß Kapitel 1.1.3.1 Freistellungen in Zusammenhang mit der Art der Beförderungsdurchführung:
"Die Vorschriften des ADR gelten nicht für:
(...) b) Beförderungen von in dieser Anlage nicht näher bezeichneten Maschinen oder Geräten, die in ihrem innerem Aufbau oder in ihren Funktionselementen gefährliche Güter enthalten, vorausgesetzt, es werden Maßnahmen getroffen, die unter normalen Beförderungsbedingungen ein Freiwerden des Inhalts verhindern."

Für den Verkehrsträger See liegen andere Bestimmungen vor; hier muss vorab geprüft werden, um welche Flüssigkeit es sich handelt. Zum anderen gibt es im Bereich der Gefahrgutverordnung See - GGVSee UN-Nummern für Maschinen, die mit Öl befüllt sind. Daher kann es sein, dass das Unternehmen in Bezug auf den Verkehrsträger See ein Gefahrgut transportieren lässt und somit alle Bestimmungen, die sich daraus ergeben, erfüllen muss. Zu den Besonderheiten können die Wasserschutzpolizeibehörden als Ansprechpartner dienen.