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Wann dürfen Löschwasserbarrieren im Verlauf von Flucht- und Rettungswege geschlossen werden?

KomNet Dialog 12744

Stand: 18.06.2012

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Flucht- und Rettungsplan, Sonstiges zu Fluchtwegen

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Frage:

gem. Technische Regeln für Arbeitsstätten ASR A2.3 "Fluchtwege und Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan" Nr. 4 Allgemeines (2) müssen Fluchtwege, Notausgänge und Notausstiege ständig freigehalten werden, damit sie jederzeit benutzt werden können. Ein Lager für leichtentzündliche, wassergefährdende Stoffe, das keinen ständigen Arbeits-platz darstellt, muss mit Löschwasserbarrieren ausgerüstet werden. Durch geschlossene Löschwasserbarrieren wird die Nutzung der Flucht- und Rettungswege eingeschränkt. Wann dürfen die Löschwasserbarrieren geschlossen werden?

Antwort:

In der Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A2.3 - Fluchtwege, Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan - wird in Nr. 6 Abs. 6 u. 7 ausgeführt, dass Fluchtwege keine Ausgleichsstufen enthalten dürfen. Geringe Höhen sind durch Schrägrampen mit einer maximalen Neigung von 6 % auszugleichen.

Die Ausführung von Rampen vor Türen und Toren wird dann realisiert, wenn die Aufnahme von z. B. auslaufenden Flüssigkeiten oder Löschwasser aus baurechtlichen, wasserrechtlichen oder immissionsschutzrechtlichen Vorschriften ständig gewährleistet sein muss bzw. der Boden einer Lagerhalle „wannenförmig“ errichtet werden muss.

Im vorliegenden Fall scheint es sich um mobile Löschwasserbarrieren zu handeln.
Mobile (steckbare) Barrieren werden meistens neben Türen oder Toren gelagert und im Bedarfsfall vor die Türöffnung montiert. Einfacher ist die Handhabung von automatischen, schwenkbaren Barrieren.

Im Notfall muss so viel Zeit vorhanden sein, dass alle Beschäftigten den Raum verlassen können und anschließend die Löschwasserbarrieren eingesetzt oder die Auslösung eingeleitet werden kann. Dies kann in einer Räumungsordnung schriftlich festgelegt werden.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach §§ 5 und 6 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) www.gefaehrdungsbeurteilung.de/de muss der Arbeitgeber die vorhandenen Gefährdungen ermitteln und festlegen, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes getroffen werden. Bei der Festlegung der Arbeitsschutzmaßnahmen bzw. Ersatzmaßnahmen muss der Arbeitgeber u. a. den Stand der Technik berücksichtigen. Der Stand der Technik wird u. a. in den Technischen Regeln und den berufsgenossenschaftlichen Vorschriften konkretisiert. Hierbei soll sich der Arbeitgeber von der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt beraten und unterstützen lassen.

Ein geeignetes Gremium Probleme des Arbeitsschutzes betriebsspezifisch zu erörtern, ist der Arbeitsschutzausschuss. Im Arbeitsschutzausschuss sind gemäß Arbeitssicherheitsgesetz Arbeitgeber, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Betriebsarzt, Sicherheitsbeauftragte und der Betriebsrat vertreten.