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KomNet-Wissensdatenbank

Was müssen wir tun, damit wir die Asbestproblematik in der Gebäudefassade rechtlich einwandfrei lösen können?

KomNet Dialog 12676

Stand: 23.12.2010

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Verwendungsverbote > Asbest

Dialog
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Frage:

Die Fassade unseres Produktionsgebäudes ist asbesthaltig. Das vorhandene Stahlblech wurde seinerzeit verzinkt und in die noch weiche Schicht ein Asbestfilz (Chrysotil) eingewalzt. Anschließend wurde das Blech mit Bitumen imprägniert. Nach einer Auflistung aller asbesthaltigen Orte wurde eine Gefährdungsbeurteilung mit Dringlichkeitskonzept erstellt. Rein formal handelt es sich um fest gebundenes Asbest. Durch Abnutzung, Umwelteinflüsse etc. hat sich das Material so verändert, dass mittlerweile eine Einstufung in schwach gebundenes Asbest vorgenommen wurde. Nach Recherche diverser Literatur habe ich gelesen, dass Asbest mit einem Masseanteil von unter 1 Percent rein formal nicht unter die Asbestrichtlinie fällt, so dass ein Sanierungskonzept etc. nicht erforderlich ist. Stimmt dies? Die Frage steht deshalb im Raum, weil eine quantitative Bestimmung des Asbestgehaltes bisher zwar erfolgt ist, aber KEINE Angabe quantitativ gemacht werden konnte (mehr Vermutungen). Wir wissen, dass es sich um Chrysotilasbest handelt. Der Asbestgehalt selber ist aber derartig gering, dass es nicht quantitativ bestimmt werden konnte. Die Frage ist, was müssen wir tun, damit wir dieses Asbestproblem rechtlich einwandfrei lösen können, oder spielt das in diesem Sachverhalt keine Rolle (einmal Asbest immer Asbest, egal wieviel).

Antwort:

Asbestfilz (chrysotilhaltig) ist als Gemisch (Zubereitung) zu bewerten und einzustufen. Aufgrund der Übergangsbestimmungen
(Art. 61 VO (EG) 1272/2008) werden bis zum 01.06.2015 Gemische gemäß Richtlinie 1999/45 EWG (PDF-Datei)eingestuft, gekennzeichnet und verpackt. Zubereitungen sind ab einer Konzentration > = 0,1% als krebserzeugend Kategorie 1 eingestuft.

Die Asbsthaltigkeit des Filzes ist durch ein Labor bestimmen und bewerten zu lassen.

Die Bewertung der Sanierungsbedürftigkeit der in Rede stehenden Fassade hat nach der Asbestrichtlinie des Landes NRW zu erfolgen.

Bezüglich Tätigkeiten mit Asbest ist die TRGS 519 -Asbest-, Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten zu beachten.