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Ist es zwingend erforderlich, dass bei einem mehrgeschossigem Bauvorhaben eine Krankentrage "kranbar" vorgehalten werden muss??

KomNet Dialog 12621

Stand: 18.06.2012

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Gesundheitsschutz > Erste Hilfe

Dialog
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Frage:

Wir sind ein Ingenieurbüro und u.a. mit der SiGe-Koordination auf Baustellen tätig. In diesem Zusammenhang folgende Frage: Ist es zwingend erforderlich, daß der Vorhaltung einer Krankentrage diese notwendig "kranbar" sein muß? Bei dem Bauvorhaben handelt sich um den Neubau eines 5-stöckigen Bürogebäudes (plus Dachaufbauten). Die Anzahl der gleichzeitig auf der Baustelle tätigen Mitarbeiter beträgt ca. 65.

Antwort:

Das Arbeitsschutzgesetz sagt aus, dass der Arbeitgeber entsprechend der Art der Arbeitsstätte und der Tätigkeiten sowie der Zahl der Beschäftigten Maßnahmen zu treffen hat, die zur Ersten Hilfe, Brandbekämpfung und Evakuierung der Beschäftigten erforderlich sind.

Im Rahmen der erforderlichen Gefährdungsbeurteilung hat er festzulegen, ob in Abhängigkeit von der Art des Bauvorhabens  Rettungsgeräte und -einrichtungen bereitzustellen sind. Hierbei sollten die Sicherheitsfachkraft und der Betriebsarzt beteiligt werden. Hilfreiche Informationen bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung enthalten beispielsweise die BGI 5081 "Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz am Bau" und die BGI/GUV-I 509 "Erste Hilfe im Betrieb" (siehe http://publikationen.dguv.de).

Für Baustellen mit mehr als 20 Beschäftigten sind Krankentragen bindend vorgeschrieben. Sofern Unfallorte für Krankentragen nicht zugänglich sind, müssen andere Transportmittel wie Rettungstücher, Krankentransport-Hängematten oder auf Baustellen Förderkörbe mittels Kran (siehe Regel "Hochziehbare Personenaufnahmemittel" - BGR/GUV-R 159) eingesetzt werden. Kranbare Krankentragen werden in den Unfallverhütungsvorschriften nicht genannt.