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Kann man feststellen, ob ein Teil der Röntgenstrahlen durch Wände dringt? Werden die Röntgengeräte dementsprechend regelmässig überprüft?

KomNet Dialog 12466

Stand: 24.11.2010

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Ionisierende Strahlung > Röntgeneinrichtungen, Störstrahler

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Frage:

Wir wohnen über einer Zahnarztpraxis und deren Uralt-Röntgengerät, das nun mit einer neuen Röhre bestückt wurde, das Gerät steht genau unter unserem Kinderzimmer. Wie kann man feststellen, ob ein Teil der Röntgenstrahlen durch die Wände/Decke dringt? Werden die Röntgengeräte dementsprechend regelmässig überprüft?

Antwort:

Die Röntgenstrahlung zählt zur ionisierenden Strahlung und unterscheidet sich in ihrer physikalischen Natur nicht von der Gammastrahlung. Röntgenstrahlung wird technisch beim Abbremsen von energiereichen Elektronen an der Anode einer Röntgenröhre erzeugt. Die sehr kurzwellige Strahlung ist um so durchdringender,  je höher die anliegende Röhrenspannung ist, mit der die Elektronen beschleunigt werden. Zur Abschirmung von Röntgen-  bzw. Gammastrahlung müssen schwere Materialien wie beispielsweise Blei und Beton verwendet werden. Sobald das Röntgengerät abgeschaltet ist, wird keine Röntgenstrahlung mehr erzeugt (http://www.bfs.de/de/ion/einfuehrung.html; http://www.bfs.de/bfs/druck/strahlenthemen/STTH_Roentgen.html).

Die Strahlenexposition durch eine zahnärztliche Röntgeneinrichtung ist jedoch schon ohne Abschirmung minimal. In der Regel geht man davon aus, dass in einem Umkreis von ca. 1,5 m vom Röntgenstrahler (Tubusgerät) der Grenzwert für die Einrichtung eines Kontrollbereiches nicht überschritten wird. In diesem Fall kommt jetzt noch die Abschirmung durch das Mauerwerk bzw. der Betondecke dazu. Um ganz sicher zu gehen, wird vor Inbetriebnahme einer Röntgeneinrichtung der bauliche Strahlenschutz durch einen anerkannten Sachverständigen geprüft und bescheinigt. Nur wenn dieser Bericht positiv ausfällt, bekommt der Betreiber von der zuständigen Behörde die Genehmigung zum Betrieb der Röntgeneinrichtung.

Röntgeneinrichtungen sind wiederkehrend durch Sachverständige zu prüfen. Hierbei wird die sicherheitstechnische Funktion und der Strahlenschutz überprüft. Mit einer Wiederholungsprüfung soll gewährleistet werden, dass die Röntgeneinrichtungen dem Stand der Technik entsprechen. Die Zeitabstände für die Sachverständigenprüfungen sind nach § 18 Abs. 1 Nr. 5 Röntgenverordnung - RöV auf längstens 5 Jahre festgeschrieben.