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KomNet-Wissensdatenbank

Dürfen Hitzeschutzanzüge nach DIN EN 531 noch verwendet werden?

KomNet Dialog 12445

Stand: 14.06.2012

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Anforderungen und Eigenschaften von PSA

Dialog
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Frage:

In einer Gießerei werden zurzeit Hitzeschutzanzüge nach DIN EN 531 eingesetzt. Diese Norm ist ja mittlerweile durch die EN ISO 11612 ersetzt worden. Der Hersteller, der zurzeit verwendeten Schutzkleidung weist nun darauf hin, dass nur noch Schutzkleidung nach der aktuellen Norm eingesetzt werden darf. Ist das so richtig, oder dürfen Altbestände aufgebraucht werden?

Antwort:

Grundsätzlich müssen Produkte, die dem Geräte- und Produktsicherheitsgesetz - GPSG unterliegen, denjenigen Vorschriften genügen, die zum Zeitpunkt des erstmaligen Inverkehrbringens galten, und nicht jenen, die zum Zeitpunkt der Benutzung gültig sind. Das heißt, dass im vorliegenden Fall - die Norm DIN EN 531 "Schutzkleidung für hitzeexponierte Industriearbeiter" war zum Zeitpunkt des erstmaligen Inverkehrbringens die für Hitzeschutzkleidung einschlägige Norm - die Altbestände unter den folgenden Voraussetzungen aufgebraucht werden dürfen:

1. Die Schutzkleidung genügt den Vorschriften, die zum Zeitpunkt des erstmaligen Inverkehrbringens galten, insbesondere Anhang II der PSA-Richtlinie (RL 89/686/EWG), der 8. GPSGV (Verordnung über das Inverkehrbringen von persönlichen Schutzausrüstungen) sowie der DIN EN 531 und

2. Das Verfalldatum der Schutzkleidung ist noch nicht abgelaufen (dieses muss in der Info-Broschüre des Herstellers angegeben sein, s. Anhang II Abschnitt 1.4 Buchstabe e der PSA-Richtlinie) und

3. Es liegen keine (seit dem erstmaligen Inverkehrbringen neu gewonnenen) Erkenntnisse - z. B. als Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz - vor, dass die Schutzkleidung keinen wirksamen Schutz gegen Hitze/Feuer bietet (§ 3 Abs. 1 und § 4 Ziffer 3 Arbeitsschutzgesetz).