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Wie sind Hydraulikschläuche und Hydraulikschlauchleitungen nach BGR 237 zu kennzeichnen?

KomNet Dialog 12425

Stand: 17.11.2010

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Leitungen unter innerem Überdruck

Dialog
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Frage:

Die Kennzeichnung von Hydraulikschläuchen und Hydraulikschlauchleitungen ist in der BGR 237 geregelt. Unabhängig von der Schlauchkennzeichnung muss jede Hydraulikschlauchleitung dauerhaft gekennzeichnet sein. Wie soll die dauerhafte Schlauchkennzeichnung denn aussehen? Muss ich die Hydraulikschläuche eindeutig Kennzeichnen? Muss ich die Schläuche in meiner Liste so kennzeichnen, dass ich diese ohne Verwechselung vor Ort auch eindeutig zuordnen kann? Oder genügt eine fortlaufende Nummerierung der Hydraulikschläuche, die eine Zuordnung zulässt?

Antwort:

Die Kennzeichnung der Hydraulikschlauchleitungen und Schlauchleitungen für Hydraulik richtet sich an den Hersteller, der diese Produkte vetreibt. Er muss diese Vorgaben auf Grund des Geräte- und Produktsicherheitsgesetz iVm. der Norm DIN EN 853 erfüllen. Die BGR 237 "Hydraulik-Schlauchleitungen – Regeln für den sicheren Einsatz"  (http://bibliothek.arbeitssicherheit.de) konkretisiert die Anforderungen für den Betreiber. Da auf Grund der Herstellerangaben keine eindeutige Unterscheidung der Schläuche möglich ist, sollte innerbetrieblich eine Kennzeichnung erfolgen, die eine Differenzierung und Registrierung der verwendeten Schläuche zulässt. Dies kann durch eine farbliche Kennzeichnung in Kombination mit einer Artikelnummer erfolgen. Dies ist auch erforderlich, um notwendige Instandsetzungen und wiederkehrende Prüfungen durchführen zu können.

Die Anforderungen, die an die Kennzeichnung im Betrieb zu stellen sind, sind analog den Vorgaben für betriebliche Rohrleitungen zu treffen. 

Für Hydrauliköle, die Gefahrstoffe im Sinne der Gefahrstoffverordnung sind, gilt § 8 Abs. 4 der Gefahrstoffverordnung: "Der Arbeitgeber hat sicherzustellen, dass alle bei Tätigkeiten verwendeten Stoffe und Zubereitungen identifizierbar sind. Gefährliche Stoffe und Zubereitungen sind innerbetrieblich mit einer Kennzeichnung zu versehen, die wesentliche Informationen zu ihrer Einstufung, den mit ihrer Handhabung verbundenen Gefahren und den zu beachtenden Sicherheitsmaßnahmen enthält. Vorzugsweise ist die Kennzeichnung zu wählen, die den Vorgaben der Richtlinie 67/548/EWG oder 1999/45/EG entspricht. Der Arbeitgeber stellt ferner sicher, dass Apparaturen und Rohrleitungen, die Gefahrstoffe enthalten, so gekennzeichnet sind, dass mindestens die enthaltenen Gefahrstoffe sowie die davon ausgehenden Gefahren eindeutig identifizierbar sind. ..." 

Nähere Erläuterungen dazu sind unter Ziffer 7.4 "Kennzeichnung bei Tätigkeiten" der TRGS 200 zu finden. Bezüglich der Ausführung der Kennzeichnung wird auf die Arbeitsstättenregel ASR A 1.3 "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung" verwiesen.

"Kennzeichnungen sind deutlich sichtbar und dauerhaft anzubringen. Hierbei können Schilder, Aufkleber oder aufgemalte Kennzeichen verwendet werden." (ASR A 1.3 Punkt 7)

Im Interesse der Sicherheit, der sachgerechten Instandsetzung und Prüfung ist eine deutliche Kennzeichnung der Rohrleitungen durch lfd. Nummer und nach dem Durchflussstoff auch bei "Nicht-Gefahrstoffen" sinnvoll. D.h. für Schlauchleitungen, die keine gefährlichen Hydrauliköle beinhalten, ist die Kennzeichnung im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung u.a. anhand der Norm DIN 2403"Kennzeichnung von Rohrleitungen nach dem Durchflussstoff" (Farbanstrich, Aufschrift oder Schild) vorzunehmen. 

Wie die vorgenannten Forderungen bezüglich der innerbetrieblichen Kennzeichnung von Schlauchleitungen im Detail umzusetzen sind, muss der Arbeitgeber grundsätzlich im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ermitteln und festlegen. Dabei sollte sichergestellt sein, dass jede verwendungsfertige Schlauchleitung hinsichtlich der Verwendung und der Prüffristverfolung eindeutig registriert und gekennzeichnet ist.