Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Dürfen Frauen bei der Feuerwehr unter Berücksichtigung der Gefahren durch Brandgase tätig sein?

KomNet Dialog 12368

Stand: 12.06.2012

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Beschäftigungsverbote und -beschränkungen

Dialog
Favorit

Frage:

Dürfen Frauen bei der Feuerwehr unter Berücksichtigung der Gefahren durch Brandgase (Kohlenmonoxid - kann das Kind im Mutterleib schädigen) tätig sein ?

Antwort:

Allgemein ist es nicht verboten, dass Frauen bei der Feuerwehr tätig sind, auch wenn sie wie auch die Feuerwehrmänner gefährlichen Stoffen ausgesetzt sein können.
Zu beachten ist aber, dass generell mögliche Gefährdungen zunächst unabhängig vom Geschlecht der Beschäftigten im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung gemäß Gefahrstoffverordnung  ermittelt und die nötigen Maßnahmen festgelegt werden müssen (siehe auch Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen - TRGS 400). 

Die Mutterschutzrichtlinienverordnung - MuSchRiV www.arbeitsschutz.nrw.de/Themenfelder/mutterschutz/rechtliche_grundlagen/index.php verpflichtet zudem den Arbeitgeber, rechtzeitig für jede Tätigkeit, bei der werdende oder stillende Mütter durch chemischen Gefahrstoffe, biologischen Arbeitsstoffe, physikalischen Schadfaktoren, die Verfahren oder Arbeitsbedingungen gefährdet werden können, Art, Ausmaß und Dauer der Gefährdung zu beurteilen.
Zweck der Beurteilung ist es,

1. alle Gefahren für die Sicherheit und Gesundheit sowie alle Auswirkungen auf Schwangerschaft oder Stillzeit der betroffenen Arbeitnehmerinnen abzuschätzen und
2. die zu ergreifenden Schutzmaßnahmen zu bestimmen.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, werdende oder stillende Mütter sowie die übrigen bei ihm beschäftigten Arbeitnehmerinnen und, wenn ein Betriebs- oder Personalrat vorhanden ist, diesen über die Ergebnisse der Beurteilung  und über die zu ergreifenden Maßnahmen für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu unterrichten (§ 2 MuSchRiV).

Unter § 4 Abs. 2 MuSchRiV wird explizit gefordert, dass die Folgerungen aus der Gefährdungsbeurteilung gemäß § 3 MuSchRiV entsprechend gelten, wenn eine Arbeitnehmerin schwanger wird oder stillt und ihren Arbeitgeber davon unterrichtet.
Das bedeutet, dass im Grunde ein Arbeitgeber, der Arbeitnehmerinnen beschäftigt, mittels Gefährdungsbeurteilung ermitteln muss, welche Maßnahmen zu treffen sind, wenn eine Arbeitnehmerin ihn über eine Schwangerschaft oder das Stillen unterrichten sollte. 
Werdende Mütter sollen dem Arbeitgeber ihre Schwangerschaft und den mutmaßlichen Tag der Entbindung mitteilen, sobald ihnen ihr Zustand bekannt ist (§ 5 Mutterschutzgesetz).