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KomNet-Wissensdatenbank

Teilzeitbeschäftigung während und nach der Elternzeit

KomNet Dialog 12363

Stand: 12.02.2015

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Mutterschutzfristen, Elternzeit

Dialog
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Frage:

Ich habe einige Fragen zu einer Teilzeitbeschäftigung während und nach meiner Elternzeit bei meinem Arbeitgeber. Ich befinde mich noch in Elternzeit, würde aber gerne ab Januar wieder ca. 30 Std. Teilzeit arbeiten. Einen passenden Kindergartenplatz mit Über-Mittag-Betreuung hätte ich. Meine Fragen sind: - Steht mir rechtlich eine Teilzeitstelle während der Elternzeit zu? - Steht mir rechtlich auch nach der Elternzeit eine Teilzeitstelle zu, oder muss mir der Arbeitgeber lediglich meine bisherige Vollzeitstelle wieder zur Verfügung stellen? - Falls ich einen Anspruch auf eine Teilzeitstelle habe, habe ich ein Anrecht auf den gleichen oder einen gleichwertigen Job, oder kann mich mein Arbeitgerber während der Teilzeit auch vom Büro ins z.B. Lager versetzen? - Muss er mir lediglich meinen vorherigen Arbeitsplatz in der gleichen Abteilung wiedergeben, sobald ich diesen auch wieder Vollzeit besetzen kann? Erlischt ggf. dieses Recht, sobald ich nach der Elternzeit Teilzeit arbeite? - Falls ich einen Anspruch habe, wie kann/muss ich diesen bei meinem Abeitgeber während der Elternzeit anmelden bzw. wie muss ich nach meiner Elternzeit evtl. die Verringerung meiner Arbeitszeit beantragen? - Ich habe gehört, dass man als arbeitende Eltern eine gewisse Anzahl Tage für die Versorgung der z.B. kranken Kinder hat, neben den regulären Urlaubstagen? Ist das richtig und wieviel Tage sind das im Jahr? Kurz gesagt: ich würde gerne wieder in meinem vorherigen Job in der selben Abteilung erbeiten, kann dies aber, wie oben beschrieben, nur Teilzeit (30 Std/W). Kann mir mein Arbeitgeber dies verweigern?

Antwort:

Grundsätzlich besteht während der Elternzeit ein Anspruch auf Teilzeitarbeit, allerdings nur, wenn dem Wunsch auf Teilzeitarbeit dringende betrieblicher Gründe nicht entgegenstehen.

Es wird daher dringend empfohlen, dem Unternehmen bereits bei der Anmeldung der Elternzeit einen späteren Teilzeitwunsch zu signalisieren und auch schon Vorschläge zum Zeitpunkt und zur Lage der Arbeitszeit zu unterbreiten.

Ausführliche Informationen zu der Thematik werden in der vom Bundesfamilienministerium veröffentlichten Broschüre Elterngeld und Elternzeit gegeben.

Wir empfehlen Ihnen, sich bezüglich Teilzeitarbeit und der Rahmenbedingungen sowohl bei der Elterngeldstelle als auch bei Ihrer Krankenkasse beraten zu lassen.

Nach der Elternzeit können Sie in der Regel an Ihren alten Arbeitsplatz zurückkehren. Ob es tatsächlich der Fall ist, hängt vom Inhalt des Arbeitsvertrags und der dort festgelegten Tätigkeit ab. Falls eine Umsetzung zulässig ist, darf sie nur auf einen gleichwertigen Arbeitsplatz erfolgen. Eine Umsetzung, die mit einer Schlechterstellung, insbesondere einem geringeren Entgelt, verbunden wäre, ist nicht zulässig.

Wurde nur für die Dauer der Elternzeit die Arbeitszeit verringert, wird nach Beendigung der Elternzeit das Arbeitsverhältnis mit der früheren Arbeitszeit fortgesetzt. 

Für den Anspruch auf Teilzeitarbeit nach Ende der Elternzeit richtet gelten die Regelungen des Teilzeit- und Befristungsgesetzes, www.gesetze-im-internet.de/tzbfg/index.html . Diesbezügliche Informationen werden vom Bundesarbeitsministerium unter  www.bmas.de/portal/14648/teilzeit__einleitungstext.html  angeboten. Darüber hinaus wird zu den Themen Teilzeit, Altersteilzeit, Minijobs ein Bürgertelefon angeboten. Es ist unter der Telefonnummer 030 221 911 005 von montags bis donnerstags zwischen 8:00 und 20:00 Uhr erreichbar.

Sollte es sich bei einer Teilzeitarbeit nach der Elternzeit um einen sogenannten Minijob handeln, können entsprechende Fragen auch direkt an die für Minijobs zuständige Minijobzentrale www.minijob-zentrale.de gerichtet werden. 

Über betriebliche Vereinbarungen hinsichtlich Teilzeitarbeit informiert auch der Betriebsrat.

Wir empfehlen, dass Sie sich in arbeitsvertraglichen Angelegenheiten ggf. von einer entsprechend autorisierten Stelle wie Gewerkschaft oder Fachanwalt für Arbeitsrecht beraten lassen.