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KomNet-Wissensdatenbank

Wie müssen Autoklaven geprüft werden?

KomNet Dialog 12353

Stand: 09.11.2010

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Druckbehälter > Prüfung von Druckbehältern und Zubehör

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Frage:

Wie müssen Autoklaven geprüft werden? Es handelt sich um Kammer- und Abwasserautoklaven mit einem Volumen von jeweils 25 l, 45 l, 50 l, 95 l, 300 l, 650 l, einem Druck von max. 3 bar und einer Betriebstemperatur von 121 bis 134 °C. Welche Prüfungen müssen durchgeführt werden, in welchem Zeitintervall? Was muss geprüft werden (Bauteile, usw.)? Wer darf die Prüfungen durchführen? Es existieren auch Autoklaven, die teilweise ausser Betrieb genommen wurden und jetzt wieder in Betrieb genommen werden sollen. Unterliegen diese einer besonderen Prüfung bzw. Prüfristen?

Antwort:

Die Gefahrstoffverordnung - GefStoffV fordert, dass der Arbeitgeber die Funktion und die Wirksamkeit technischer Schutzmaßnahmen regelmäßig, mindestens jedoch jedes dritte Jahr, zu überprüfen hat. Aufgrund einer Gefährdungsbeurteilung sind Art und Umfang der Prüfung sowie Prüffristen eigenverantwortlich vom Arbeitgeber festzulegen und zu dokumentieren. Außerdem ist sicherzustellen, dass die Prüfungen nur durch fachlich dazu geeignete, benannte Personen durchgeführt werden. Prüfungen sind in geeigneter Weise zu dokumentieren. Für die verwendeten Autoklaven als Arbeitsmittel gelten zudem die Bestimmungen der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV. Weitere Prüfverpflichtungen über die hier genannten hinaus können sich aus anderen Rechtsbereichen ergeben, insbesondere bezüglich der Prüfungen elektrischer Betriebsmittel oder aus dem Medizinprodukterecht. (-> http://www.bgrci.de/praevention/fachwissen/laboratorien/arbeitshilfen/inhalt-arbeitshilfen/pruefungen-im-labor/)

Autoklaven zur Sterilisation sind entsprechend ihrer Größe (Auslegungsdaten) den Diagrammen im Anhang II der Druckgeräterichtlinie 97/23/EG zuzuordnen. In Abhängigkeit der ermittelten Kategorie sind diese dann durch befähigte Personen oder durch die zugelassene Überwachungsstellen - ZÜS zu prüfen (§§ 14 und 15 BetrSichV).

Der Prüfumfang  ist grundsätzlich gemäß Herstellerangaben / Bedienungsanleitung, aber auch aus dem Normen- und technischem Regelwerk zu konkretisieren. Die Prüfungen bestehen aus einer technischen Prüfung und einer Ordnungsprüfung. Bei Autoklaven (Druckbehälter- bzw. Dampfkesselanlagen) sind im Regelfall äußere Prüfungen, innere Prüfungen und Festigkeitsprüfungen durchzuführen. Konkretisierungen können auch den Technischen Regeln für Betriebssicherheit -  TRBS 1201 "Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen" und TRBS 1201 Teil 2 "Prüfungen bei Gefährdungen durch Dampf und Druck" entnommen werden (www.baua.de/TRBS/). Umfangreiche Erläuterungen zur Einstufung und zum Prüfumfang von Autoklaven können Sie dem Leitfaden für wiederkehrende Prüfungen der MELAG Medizintechnik oHG (http://www.melag.de/fileadmin/pdf-dokumente/service/betriebssicherheitsverordnung/LP_D_BetrSichV.pdf) entnehmen.
Siehe auch die Besonderheiten Nr. 16 "Druckgeräte aus Glas" und Nr. 19 "Versuchsautoklaven" im Anhang 5 der BetrSichV. Es gelten dann die in Anhang 5 festgelgeten Anforderungen (§ 17 BetrSichV).

Arbeitsschutzvorschriften sowie weitere Rechtsvorschriften können Sie unter  http://www.arbeitsschutz.nrw.de/service/rechtsvorschriften/index.phpoder www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032 aufrufen.