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Welche Mindesttemperaturen und Höchsttemperaturen gelten im Bereich von Klassenräumen und Fachräumen an Schulen?

KomNet Dialog 12321

Stand: 25.09.2015

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Gestaltung von Arbeitsplätzen > Schulen, Kindergärten

Dialog
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Frage:

Als Lehrer in einem klimatisch sehr ungünstigen Kunstraum möchte ich gerne wissen, welche Mindesttemperaturen und Höchsttemperaturen für Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 bis 21 Jahren (d.h. Schüler des Gymnasiums) im Bereich von Klassenräumen und Fachräumen gilt. Der Raum heizt sich schnell auf im Sommer, ist faktisch aber nicht voll beheizbar mit den zur Verfügung gestellten Heizungen. Zudem würde ich als Landesbediensteter auch gerne für mich persönlich die Grundregelung wissen, basierend auf den aktuellen Arbeitsplatzvorgaben.

Antwort:

Klassenräume stellen Arbeitsräume für die dort beschäftigten Lehrer dar, so dass die Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV, und die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) Anwendung finden. Das Regelwerk der Unfallversicherungsträger ist ebenfalls als Beurteilungskriterium mit heranzuziehen.

Beamtinnen und Beamte sind, wie auch die angestellten Lehrerinnen und Lehrer, Beschäftigte im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes -ArbSchG-. Für diesen Beschäftigtenkreis gilt auch die ArbStättV.

In Arbeits-, Pausen-, Bereitschafts-, Sanitär-, Kantinen- und Erste-Hilfe-Räumen, ...... muss während der Arbeitszeit unter Berücksichtigung der Arbeitsverfahren, der körperlichen Beanspruchung der Beschäftigten und des spezifischen Nutzungszwecks des Raumes eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur bestehen (Ziffer 3.5 des Anhangs zur ArbStättV).

Diese Forderung wird unter den Punkten 4.2 bis 4.4. der ASR A3.5 "Raumtemperatur" näher konkretisiert. Demnach ist davon auszugehen, dass in einem Klassenzimmer bei überwiegender sitzender Tätigkeit eine Raumtemperatur von mindestens +20 °C erreicht werden muss. Die Mindesttemperatur soll während der gesamten Arbeitszeit gewährleistet sein. Für das Wohlbefinden der Schulkinder ist ebenfalls eine ausreichend hohe Raumtemperatur zu Unterrichtsbeginn Voraussetzung.
Die Lufttemperatur in Arbeitsräumen soll +26 °C nicht überschreiten. Bei Außenlufttemperaturen über +26 °C gelten die nach Temperaturbereichen gestaffelten Anforderungen gemäß Punkt 4.4 der ASR A3.5.

Grundsätzlich ist der Arbeitgeber/Schulleiter dafür verantwortlich, dass die arbeitsschutzrechtlich festgelegten Pflichten wie Durchführen der Gefährdungsbeurteilung und Festlegung von Maßnahmen nach dem Arbeitsschutzgesetz erfüllt werden. Unterstützt wird der Arbeitgeber bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung durch den Betriebarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit sowie die Personalvertretung. Bei (beamteten) Lehrerinnen ist grundsätzlich der Schulleiter verantwortlich. Die DGUV Information 202-058 (bisher: GUV-SI 8064) "Sicherheit in der Schule" informiert über Aufgaben der Schulleiterinnen und Schulleiter, Sicherheitsbeauftragten und Lehrkräfte.

Eine Handlungshilfe zur Beurteilung von Gefährdungen und Belastungen an Lehrerarbeitsplätzen wird in der DGUV Information 202-006 (bisher: GUV-I 8760) angeboten. Eine Sammlung von aktuellen Erkenntnissen zur Lehrergesundheit bietet die DGUV Information 202-067 (bisher: GUV-SI 8077) "Lehrergesundheit – Baustein einer guten gesunden Schule" an. Weitere Informationen können auch unter www.sichere-schule.de der Unfallkasse NRW recherchiert werden.