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KomNet-Wissensdatenbank

Waldarbeiten im Winter: Arbeitsschutzkleidung, Aufwärmphasen, Verrichtung der Notdurft

KomNet Dialog 1205

Stand:

Kategorie: Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Sicheres Verhalten / Erkennen von Gefährdungen > Arbeiten im Freien

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Frage:

Mein Bruder arbeitet in einer ABM vom Arbeitsamt und hat bis vor kurzem allgemeine Außendienstarbeiten ähnlich Grünflächenamt erledigt. Soweit - so gut. Jetzt ist Winter und Reinigungsarbeiten im Wald sind angesagt. Bäume beschneiden; jetzt Holzbauarbeiten mit Schachtarbeiten im gefrorenen Boden u.ä. Meine Frage: Welche Arbeitsschutzkleidung Winter ist Norm? Muss diese vom Arbeitgeber gestellt werden? Sind Aufwärmphasen Vorschrift? Wie ist die Verrichtung der Notdurft geregelt im Wald? Ich hoffe, Sie können mir Anhaltspunkte geben, wie er seine derzeitige Lage geregelt bekommen kann und unter welchen Bedingungen er arbeiten muss und kann. Vielen dank

Antwort:

Eine so genannte ABM-Kraft ist ein Beschäftigter, für den das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) gilt. Nach § 2 ArbSchG ist der Arbeitgeber verpflichtet, alle erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu treffen. Dabei muss er alle Umstände berücksichtigen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen, auch die Einflüsse der Witterung. Der Arbeitgeber muss nach § 5 ArbSchG im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind. Bei diesen Maßnahmen muss er den Stand der Technik, der Arbeitsmedizin und Hygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigen. Als Anhaltspunkt für den Stand der Technik sollten mindestens die Anforderungen der so genannten Winterbauverordnung (WinterbauV) herangezogen werden. Die WinterbauV wurde mit Inkrafttreten der neuen Arbeitsstättenverordnung außer Kraft gesetzt, gibt aber in diesem Fall immer noch den Stand der Technik wieder. Der § 2 der WinterbauV fordert, dass Arbeitnehmern, die im Winter im Freien beschäftigt werden, Schutzkleidung zur Verfügung zu stellen ist. Als Schutzkleidung im Sinne des § 3 Absatz 1 der WinterbauV .sind den Arbeitnehmern die Bekleidungsstücke zur Verfügung zu stellen, die zusätzlich zu der von ihnen zu stellenden Arbeitskleidung zum Schutz gegen Kälte, Wind, Niederschlag und Bodennässe notwendig sind, insbesondere Überziehjacke oder -mantel, Überziehhose, Handschuhe, Schuhwerk, Ohren- und Kopfschutz. Auch Ziffer 5.1 des Anhangs der Arbeitsstättenverordnung fordert, dass den Beschäftigten geeignete persönliche Schutzausrüstungen gegen Witterungseinflüsse zur Verfügung gestellt werden. Diese Verordnung gilt allerdings nicht in Wäldern.

Stand: März 2005