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KomNet-Wissensdatenbank

Kann eine Schwangere an einem MRT ohne Gefahr weiterarbeiten? Ist eine Tätigkeit in der Nähe der Nuklearmedizin bzw. der Strahlentherapie für Schwangere gefährlich?

KomNet Dialog 12046

Stand: 27.09.2010

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Gefährdungen für werdende / stillende Mütter

Dialog
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Frage:

Ich arbeite an einem 3,0-Tesla-MRT und plane demnächst eine Schwangerschaft. Ich weiß, dass es bei einem 1,5-Tesla-Gerät oder schwächer nicht schädlich ist, an dem Gerät weiter zu arbeiten, solange man nur am Bedienplatz arbeitet und nicht zum Gerät dirket geht. Bei uns in der Praxis ist es aber so, dass die starke Magnetfeldlinie vom Gerät bis 5 cm hinter unsere Tischkante am Bedienpult geht. Sprich die Beine, Unterleib usw. sind stets von dem starken Stahlungsbereich betroffen. An einen Arbeitsplatzwechsel in der Praxis (Anmeldung) habe ich auch bereits gedacht, allerdings ist direkt neben der Anmeldung die Nuklearmedizin. Wie sieht es aus mit den Arbeitsbedingungen? Im Keller bei uns befindet sich eine Strahlenteraphie, daher befindet sich auf jeder Ebene irgendeine "mögliche" Kontraindikation. Mein Chef meinte, dass es überhaupt kein Problem wäre, am MRT weiter zu arbeiten - wie ist die Sachlage?

Antwort:

Unter http://www.bfs.de/de/ion/wirkungen/schwangerschaft.html (Bundesamt für Strahlenschutz) ist erläutert, dass wegen der noch limitierten Erfahrung bei menschlichen Feten die Indikation für MR-Untersuchungen in der Schwangerschaft grundsätzlich erst nach expliziter Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses im Vergleich zu Alternativmethoden gestellt und die Untersuchung mit der geringstmöglichen Feldstärke und Expositionsdauer durchgeführt werden sollte. Insbesondere in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft ist für die Indikationsstellung ein besonders strenger Maßstab anzulegen (siehe auch www.klinikum-dessau.de/klinikenundinstitute/klinikfrradiologieneuroradio/radiologieneuroradiologie/leistungsspektrum14/magnetresonanz-tomographie.html , http://www.radiologiezentrum.at/de/magnet.php ).

Schädigende Wirkungen sind jedoch bislang nicht bekannt und MR-Untersuchungen werden, wenn es medizinisch geboten ist, notfalls auch während der Schwangerschaft durchgeführt.

Sofern Sie Ihre Tätigkeit tatsächlich im Bereich der starken Magnetfeldlinien des MRT ausüben, sollte Ihr Arbeitgeber Sie jedoch bei einer Schwangerschaft aus v.g. Vorsorgegründen aus dem direkten Einflussbereich des MRT herausnehmen. 

Spätestens nach Bekanntgabe einer Schwangerschaft muss der Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung durchführen und Sie sowie die übrigen bei ihm beschäftigten Arbeitnehmerinnen und, wenn ein Betriebs- oder Personalrat vorhanden ist, diesen über die Ergebnisse der Beurteilung und über die zu ergreifenden Maßnahmen für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu unterrichten (§ 2 Mutterschutzverordnung- MuSchArbV).

Wir empfehlen Ihnen, dass Sie auf der Grundlage der v.g. Erläuterungen Ihre  Frauenärztin/Ihren Frauenarzt ansprechen und deren/dessen Bewertung der Situation einholen.