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Welche Mindestabstände zwischen Zerspanungsmaschinen (aktiver Arbeitsplatz, gelegentlicher Arbeitsplatz, Durchgangsbereich) müssen eingehalten werden?

KomNet Dialog 11930

Stand: 07.05.2015

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Verkehrswege

Dialog
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Frage:

Welche Mindestabstände zwischen Zerspanungsmaschinen (aktiver Arbeitsplatz, gelegentlicher Arbeitsplatz, Durchgangsbereich) müssen eingehalten werden? Gibt es außer den Anforderungen an Flucht- und Rettungswege weitere Punkte, welche bei der Planung beachtet werden müssen? Das Problem sind bei uns die beengten räumlichen Verhältnisse!

Antwort:

Eine exakte Maßangabe für den (grundsätzlich erforderlichen Mindest-) Abstand zwischen Zerspanungsmaschinen kann nicht angegeben werden. Die aus Sicherheitsgründen erforderliche freie Bewegungsfläche für jeden einzelnen Arbeitnehmer und einem zusätzlichen Verkehrswegzuschlag wird durch verschiedene Faktoren beeinflußt.

Zur Beantwortung der Frage ist eine Gefährdungsbeurteilung nach § 5 des Arbeitsschutzgesetzes, § 3 der Betriebssicherheitsverordnung und der Arbeitsstättenverordnung durchzuführen.

Im Anhang zur Arbeitsstättenverordnung werden unter Ziffer 3.1 allgemeine Anforderungen an die Bewegungsfläche und unter Ziffer 3.2 allgemeine Anforderungen an die Anordnung der Arbeitsplätze gestellt. Danach muss die freie unverstellbare Fläche am Arbeitsplatz so bemessen sein, dass sich die Beschäftigten bei ihrer Tätigkeit ungehindert bewegen können. Die Arbeitsplätze sind so anzuordnen, dass die Beschäftigten sie sicher erreichen und verlassen können, sich bei Gefahr schnell in Sicherheit bringen können und durch benachbarte Arbeitsplätze, Transporte oder Einwirkungen von außerhalb nicht gefährdet werden.

Diese Formulierungen bedürfen der Auslegung.

Wie aus den LASI-Leitlinien zur Arbeitsstättenverordnung LV 40 hervorgeht, können Anforderungen aus der alten Arbeitsstättenverordnung von 1975 sowie aus den zugehörigen Arbeitsstätten-Richtlinien i.d.R. weiterhin als Erkenntnisquelle und Orientierung herangezogen werden

In der alten Arbeitsstättenverordnung von 1975 war im § 24 festgelegt, dass die freie Bewegungsfläche zur unbehinderten Bewegung für jeden einzelnen Arbeitnehmer mindestens 1,5 m² betragen soll. Sie soll an keiner Stelle weniger als 1 Meter breit sein.

Wegen der Gefahr einer gegenseitigen Beeinflussung ist ggf. ein zusätzlicher Abstand zwischen den freien Bewegungsflächen erforderlich und ein weiterer Platzbedarf für den Zu- und Abtransport von Teilen vorhanden.

Fazit:
Bei der Auslegung der freien Bewegungs- und Verkehrsflächen kann kein genereller Wert angegeben werden. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ist unter Berücksichtigung der Dauer der Benutzung der Maschinen, des eventuellen Platzbedarfes für Roh- und Fertigmaterial, des Materialtransportes, der Häufigkeit der Benutzung des Gehweges und der größtmöglichen Personenanzahl der Einzelfall zu betrachten.

Hinweise:
Hinsichtlich der Planung von Fluchtwegen wird auf die neue Arbeitsstättenregel ASR A2.3 -Fluchtwege, Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan- hingewiesen.