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KomNet-Wissensdatenbank

Ist der Einsatz von bleihaltigem Lot bei der Fertigung von elektronischen Messgeräten grundsätzlich verboten?

KomNet Dialog 11786

Stand: 26.07.2014

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Verwendungsverbote > Sonstige Verwendungsverbote

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Frage:

Ist der Einsatz von bleihaltigem Lot bei der Fertigung von elektronischen Messgeräten (eingesetzt im Produktionsbereich) in einem KMU grundsätzlich verboten? Lötarbeiten finden höchstens ca. eine halbe Stunde pro Tag statt. Welche Übergangsfristen gibt es für KMU zur Umstellung auf bleifreies Lot? Welche Arbeitsschutzmaßnahmen sind beim Weichlöten mit Bleilot zwingend erforderlich?

Antwort:

Mit der Richtlinie 2002/95/EG vom 27. Januar 2003 zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten (RoHS) sind ab 1. Juli 2006 für neu in Verkehr gebrachte Elektro- und Elektronikgeräte Stoffverbote zu Blei, Cadmium, Chrom (VI), Quecksilber und bromierten Flammschutzmitteln in Kraft getreten. Damit verbunden ist auch das grundsätzliche Verbot des Verwendens von Bleiloten (siehe z. B. auch http://www.braunschweig.ihk.de/ ).

Allerdings wurden zwischenzeitlich auch Ausnahmen von dem Verwendungsverbot veröffentlicht, die auf der Internetseite des ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. recherchiert werden können.
Für eine nähere diesbezügliche Beratung empfehlen wir Ihnen, dass Sie sich direkt an den ZVEI oder an Ihre IHK wenden.

Die beim zulässigen Umgang mit Blei erforderlichen Maßnahmen sind grundsätzlich auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung (§§ 6 ff. Gefahrstoffverordnung)  unter Beteiligung des Betriebsarzt und der Fachkraft für Arbeitssicherheit vom Arbeitgeber zu ermitteln. Die in der GESTIS-Stoffdatenbank zum Thema Blei angebotenen Informationen sind dabei zu berücksichtigen. 

Informationen bezüglich Gefahren und Schutzmaßnahmen beim Löten mit Blei sind dem Abschnitt 3.4 "Löten" der DGUV Information 209-016 "Schadstoffe beim Schweißen und bei verwandten Verfahren" (bisher BGI 593) zu entnehmen.

Hinweis: Das (chemikalienrechtliche) Inverkehrbringungsverbot der Chemikalienverbotsverordnung für bestimmte Bleiverbindungen (vgl. Abschnitt 8 ChemVerbotsV) und analog REACH Verordnung Anhang XVII (Seite 12) bezieht sich ausschließlich auf die Verwendung als oder in Zubereitungen für Farben. 
Die Regelungen der RoHS gelten davon unabhängig.