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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Prüffristen für die wiederkehrende Prüfung sind auf Druckgasflaschen anzuwenden, die in Feuerlöschanlagen eingebaut sind?

KomNet Dialog 11697

Stand: 14.06.2012

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Druckbehälter > Prüfung von Druckbehältern und Zubehör

Dialog
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Frage:

Ich bin auf der Suche nach den Prüffristen der wiederkehrenden Prüfung von Druckgasflaschen, die in Feuerlöschanlagen eingebaut sind. Wir haben mehrere Flaschen mit "Inergen", einem Gemisch aus Stickstoff, Argon und Kohlensäure (Gaslöschanlage IT-Raum). Die Flaschen haben ein Volumen von 50 Liter und stehen unter Druck (200 bar). Im LV 35 aus 2008 zur BetrSichV finde ich unter C 23.4 den Hinweis, dass diese Flaschen als ortsfest gelten, und somit die Prüffristen der BetrSichV anzuwenden sind. Welchen Teil des Anhangs 5 zur BetrSichV kann ich jetzt für die Prüffrist heranziehen? Teil 6 Druckgeräte für Feuerlöschgeräte und Löschmittelbehälter, Teil 11 Druckgeräte für nicht korrodierend wirkende Gase oder Gasgemische, oder gelten beide Teile? Sofern Teil 6 zutrifft, würde mich interessieren, warum nur Kohlensäure- und Halonbehältern bei der Nachfüllung geprüft werden müssen? Warum gilt diese Erleichterung nicht für Stickstoff- oder Inergenflaschen? Und sofern Teil 11 zutrifft, lese ich daraus, dass die inneren Prüfungen für Flaschen dieser Größe entfallen können, aber die Festigkeitsprüfungen abhängig von Ergebnis der innern Prüfung sind? Und das verstehe ich irgendwie nicht. Oder gilt die Tabelle aus § 15 Abs.5 BetrSichV?

Antwort:

Im Anhang 5 Nr. 6 der Betriebsicherheitsverordnung - BetrSichV sind als Löschgase zwar nur Kohlensäure und Halone genannt, aber da das Löschgas „Inergen“ auch Kohlensäure enthält und nicht davon auszugehen ist, dass von den anderen Bestandteilen zusätzliche Gefahren (schädigende Einflüsse auf die Druckgasflasche) ausgehen, kann es den Kohlensäurebehältern gleichgesetzt werden und der Anhang 5 Nr. 6 angewendet werden.

Die Antwort C 17.4 der LASI-Leitlinie LV 35 http://lasi.osha.de/de/gfx/publications/lasi_publications.php sollte jedoch beachtet werden:

"C 17.4 zu § 17 i. V. m. Anhang 5 Nr. 6 „wiederkehrende Prüfung von Feuerlöschern“

Frage:
Nach § 15 BetrSichV sind Feuerlöscher nach spätestens 10 Jahren einer Festigkeitsprüfung zu unterziehen. Nach Anhang 5 Nr. 6 BetrSichV kann auf die wiederkehrende Prüfung durch eine ZÜS unter bestimmten Voraussetzungen verzichtet werden. Heißt dies, dass z. B. 5 kg Kohlendioxidfeuerlöscher weiterbetrieben werden können, ohne dass sie nach 10 Jahren einer Festigkeitsprüfung unterzogen werden müssen?

Antwort:
Für alle Feuerlöschgeräte, die nur beim Einsatz unter Druck gesetzt werden sowie Kohlensäure- und Halonbehälter für Löschzwecke gilt: Wiederkehrende Prüfungen sind nicht erforderlich, so lange sie nicht nachgefüllt werden. Dies schließt nicht nur die Festigkeitsprüfung, sondern alle wiederkehrenden Prüfungen und damit auch die innere Prüfung i. S. des § 15 BetrSichV ein.
Es liegt jedoch insbesondere für Kohlendioxidfeuerlöscher in der Verantwortung des Betreibers, im Rahmen der sicherheitstechnischen Bewertung bzw. der Gefährdungsbeurteilung dem Stand der Technik entsprechende Prüffristen festzulegen (vgl. DIN EN 1968 „Wiederkehrende Prüfung von nahtlosen Gasflaschen aus Stahl“ bzw. DIN EN 1802 „Wiederkehrende Prüfung von nahtlosen Gasflaschen aus Aluminium“).
Für Pulverlöschmittelbehälter gilt: Die Festigkeitsprüfung (und nur diese) kann entfallen, wenn bei den wiederkehrenden inneren Prüfungen keine Mängel festgestellt worden sind. Die Höchstfristen für den Betrieb sind im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung bzw. sicherheitstechnischen Bewertung festzulegen."

Anmerkung:
- Nach § 15 Abs. 6 BetrSichV kann die äußere Prüfung entfallen.
- Es ist zwischen der sicherheitstechnischen Prüfung i. S. der BetrSichV und den Maßnahmen zur Gewährleistung der Funktionsfähigkeit nach ArbStättV zu unterscheiden. Als Maßnahme zur Sicherung der Funktionsfähigkeit gilt nach dem aktuellen Stand der Technik die Instandhaltung gemäß DIN 14406–4:2007-01 (Höchstfrist i.d.R. 2 Jahre). Die Erkenntnisse aus der Instandhaltung sind bei der Prüffristfestlegung nach BetrSichV ggf. zu beachten.
- Das Kriterium „nachfüllen“ ist dann erfüllt, wenn Löschmittel im Rahmen der Instandhaltung ausgetauscht bzw. ergänzt oder zum Zweck der Überprüfung entnommen und wieder eingefüllt wird.