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KomNet-Wissensdatenbank

Müssen Sachkundige für Gas-Druckregel- und Meßanlagen ihre Sachkunde auffrischen?

KomNet Dialog 11678

Stand: 12.08.2010

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Prüfungen (1.13) > Prüfpflichtige Arbeitsmittel und Einrichtungen

Dialog
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Frage:

Müssen Sachkundige für Gas-Druckregel- und Meßanlagen ihre Sachkunde auffrischen? Wenn ja, wie und in welchen Abständen? Wie lautet die gesetzliche Regelung hierfür? Im Merkblatt G 1010 steht hierzu nichts Konkretes, nur der Hinweis, dass sich Sachkundige weiterbilden müssen. Ist das nun jährlich oder alle 10 Jahre?

Antwort:

Wir gehen davon aus, dass es sich bei dem in der Frage angesprochenen Merkblatt um das DVGW-Arbeitsblatt G 1010 "Anforderungen an die Qualifikation und die Organisation von Betreibern von Erdgasanlagen auf Werksgelände" www.dvgw.de/index.php?id=2261 handelt.

In dem Merkblatt werden die sich aus staatlichen Arbeitsschutzvorschriften wie Betriebssicherheitsverordnung, berufsgenossenschaftlichen Vorschriften und DGW-Regelwerk ergebenden Anforderungen zusammengefasst dargestellt.
Die Betriebssicherheitsverordnung verwendet für Personen, die Prüfungen durchführen, den Begriff "befähigte Person". Eine befähigte Person im Sinne der BetrSichV ist eine Person, die durch ihre Berufsausbildung, ihre Berufserfahrung und ihre zeitnahe berufliche Tätigkeit über die erforderlichen Fachkenntnisse zur Prüfung von Arbeitsmitteln verfügt (§ 2 Abs. 7 BetrSichV), also im Prinzip vergleichbar mir einer sachkundigen Person.
Die TRBS 1203 www.bau.de/trbs konkretisiert die Voraussetzungen für die erforderlichen Fachkenntnisse einer befähigten Person. Die Fachkenntnisse werden erworben durch

− Berufsausbildung,
− Berufserfahrung und
− zeitnahe berufliche Tätigkeit.

Bei längerer Unterbrechung der Prüftätigkeit müssen durch die Teilnahme an Prüfungen Dritter erneut Erfahrungen mit Prüfungen gesammelt und die notwendigen fachlichen Kenntnisse erneuert werden.
Die befähigte Person muss über Kenntnisse zum Stand der Technik hinsichtlich des zu prüfenden Arbeitsmittels und der zu betrachtenden Gefährdungen verfügen und diese aufrechterhalten. Sie muss mit der Betriebssicherheitsverordnung und deren technischem Regelwerk sowie mit weiteren staatlichen Arbeitsschutzvorschriften für den betrieblichen Arbeitsschutz (z. B. ArbSchG, GefStoffV) und deren technischen Regelwerken sowie Vorschriften mit Anforderungen an die Beschaffenheit (z. B. GPSG, einschlägige GPSGV), mit Regelungen der Unfallversicherungsträger und anderen Regelungen (z. B. Normen, anerkannte Prüfgrundsätze) soweit vertraut sein, dass sie den sicheren Zustand des Arbeitsmittels beurteilen kann (Abschnitt 2.3 der TRBS 1203).

Konkrete zeitliche Fristen oder Abstände für die Aufrechterhaltung der Kenntnisse sind nicht festgelegt. Dieses muss eigenverantwortlich erfolgen.