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Gib es einen Weg, neben einem Beschäftigungsverhältnis auch einen selbständigen Beruf auszuüben, um so die Kosten der Krankenversicherung so gering wie möglich zu halten?

KomNet Dialog 11567

Stand: 09.01.2015

Kategorie: Orientierung, Weiterbildung, Jobstart > Existenzgründung > Fördermöglichkeiten für Gründerinnen

Dialog
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Frage:

Ich arbeite z.Zt. als Arzthelferin in einem Minijobverhältnis (450 Euro ) und ich bin über meinem Mann familienversichert. Da ich den Beruf der Heilpraktikerin gelernt habe, möchte ich mich in naher Zukunft damit selbständig machen, das Beschäftigungsverhältnis in der Arztpraxis jedoch auch weiter ausüben. Gib es einen Weg, weiterhin im Beschäftigungsverhältnis zu bleiben und die Selbständigkeit auszuüben und dabei die Kosten der Pflichtversicherung meinerseits so gering wie möglich zu halten?

Antwort:

Weitere Einkommen führen dazu, dass Sie Ihren "Minijobstatus" verlieren. D.h. die Einkommen aus Minijob und Selbstständigkeit werden zusammengerechnet und sind dann zum einen mit Ihrem persönlichen Steuersatz zu versteuern (s. § 8 Abs. 2 Sozialgesetzbuch IV) und zum anderen ist eine Weiterversicherung in der Familienversicherung Ihrer Krankenkasse nicht mehr möglich.

Wichtig zu wissen, dass bei dem Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit der Gewinn und nicht der Umsatz gemeint ist.
Sie könnten mit Ihrem derzeitigen Arbeitgeber sprechen,  inwiefern er Sie als Teilzeitkraft sozialversicherungspflichtig beschäftigt, denn Sie dürfen durchaus einem selbstständigen Nebenerwerb nachgehen, der weniger als 18 Stunden die Woche beträgt. Ihr Vorteil läge in den geringeren Kosten für die Krankenversicherung, die der Arbeitgeber zur Hälfte trägt. Gleiches gilt für die Arbeitslosen- und die Rentenversicherung, in die Sie derzeit gar nichts einzahlen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist ab 450,01 € möglich.

Hinweise:
Information: Die Internetplattform Forum W bietet Frauen und Männern, die nach einer längeren Familienzeit beruflich wieder einsteigen wollen, umfassende Informationen, Anregungen und Servicetipps, die den Jobeinstieg erleichtern und die Chancen beim Wiedereinstieg verbessern.

Beratung: Kostenlose Beratung zur beruflichen Entwicklung bietet ein Förderprogramm des  Landes Nordrhein-Westfalen.Die nächstgelegene professionelle Beratungsstelle ist hier zu finden Weiterbildungsberatung

Förderung: Der Erhalt von Bildungsschecks ist für Berufsrückkehrende möglich, so dass diese – neben Beschäftigten – vom Land Nordrhein-Westfalen, mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds, einen Zuschuss  für ihre berufliche Weiterbildungsmaßnahme erhalten können.