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KomNet-Wissensdatenbank

Müssen Fahrzeuge für Außendienstmitarbeiter mit Klimaanlagen ausgestattet sein?

KomNet Dialog 1150

Stand: 22.06.2011

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplätze auf Fahrzeugen / Transportmitteln

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Frage:

Unsere Verkaufsfahrer fahren den ganzen Tag mit Wagen ohne Klimaanlage herum. Im Sommer sind teilweise 50 bis 60 Grad im Führerhaus. Ist dies zulässig bzw. ab wieviel Grad muss der Arbeitgeber eine Klimaanlage einbauen. Gibt es eine Verordnung oder ein Gesetz, wo man dieses nachlesen kann.

Antwort:

Die Ziffer 3.5 im Anhang der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), die u.a für Arbeitsräume während der Arbeitszeit eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur fordert, kann nicht für Arbeitsplätze in Straßenfahrzeugen herangezogen werden. Zudem sind Transportmittel, die im öffentlichen Verkehr eingesetzt werden, von den Vorschriften des ArbStättV, mit Ausnahme des Nichtraucherschutzes (§ 5 ArbStättV), ausgenommen (vergl. § 1 Abs. 2 Nr. 2 ArbStättV).

Der Arbeitgeber hat jedoch auch für Arbeitsplätze im Außendienst auf Kraftfahrzeugen eine Gefährdungsbeurteilung gemäß § 5 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) durchzuführen. In dieser Gefährdungsbeurteilung muss auch auf mögliche Gefährdungen durch zu hohe Temperaturen im Fahrzeuginneren eingegangen werden. Nach § 3 ArbSchG ist der Arbeitgeber verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu treffen. Nach den arbeitsmedizinischen Erkenntnissen ist eine Raumtemperatur von 50°C nicht hinnehmbar. Die erforderliche Maßnahme zur Vermeidung von Gesundheitsgefahren könnte die Anschaffung von Fahrzeugen mit Klimaanlage sein. Konkretisierungen können der berufsgenossenschaftlichen Information BGI 7005 "Klima im Fahrzeug - Antworten auf die häufigsten Fragen" entnommen werden. Mit der BG-Information erhalten Betriebe praktische Tipps zum Klima, zur Luftqualität und der Klimatisierung gewerblich genutzter Straßen- und Schienenfahrzeuge (PKW, Transporter, LKW, Busse, Eisenbahnfahrzeugen und Straßenbahnen).

Nach dem Arbeitssicherheitsgesetz ist es Aufgabe des Betriebsarztes und der Fachkraft für Arbeitssicherheit, den Arbeitgeber in Fragen des Arbeitsschutzes zu beraten. Der Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit sollten bei der Ermittlung der erforderlichen Maßnahmen beteiligt werden.

Das Regelwerk der Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaft / Unfallkasse) wird unter http://publikationen.dguv.de/ angeboten.
Arbeitsschutzvorschriften sowie weitere Rechtsvorschriften können Sie unter www.arbeitsschutz.nrw.de/Service/rechtsvorschriften/index.php (--> Rechtsvorschriften Arbeitsschutz) oder www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032 aufrufen.