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KomNet-Wissensdatenbank

Einstufung von Dieselrußemissionen nach dem Gefahrstoffrecht

KomNet Dialog 1146

Stand: 15.10.2005

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Einstufung, Kennzeichnung, Sicherheitsdatenblatt > Einstufung

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Frage:

Sind Dieselrußemissionen als kanzerogen eingestuft? In der CLP-Verordnung kann ich keinen Eintrag finden. Gibt es ggf. weitere Gründe, z. B. Studien die belegen, dass Dieselruß kanzerogen ist?

Antwort:

Bei Dieselmotor-Emissionen (DME) handelt es sich um eine komplexe Mischung aus sowohl gasförmigen als auch partikelförmigen Substanzen. In die Stoffliste nach Anhang VI der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP-Verordnung)wurden DME jedoch bisher nicht aufgenommen.

Der Zusammenhang zwischen einer langjährigen Exposition mit Dieselmotor-Emissionen und Lungenkrebs als Todesursache wurde in einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin über einen Zeitraum von 24 Jahren bei Beschäftigten im Kalibergbau untersucht (BAuA Fb 805 ; ISBN: 3-89701-178-6). Für die kanzerogene Wirkung von DME, das als krebserzeugend beim Menschen mit begründetem Verdacht in Kategorie K2 (vgl. u. a. GESTIS-Stoffdatenbank) eingestuft ist, wird vor allem der Partikelanteil (Rußpartikel) verantwortlich gemacht und messtechnisch als elementarer Kohlenstoff erfasst.

Die sicherheitstechnischen, arbeitsmedizinischen, hygienischen und arbeitswissenschaftlichen Anforderungen für den Umgang mit DME sind in TRGS 554 "Abgase von Dieselmotoren" beschrieben.Im Verzeichnis krebserzeugender Tätigkeiten oder Verfahren nach § 3 Absatz 2 Nr. 3 der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) in der TRGS 905 sind DME aufgeführt.