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Wer darf Beschäftigte als Aufzugswärter qualifizieren?

KomNet Dialog 11453

Stand: 14.07.2010

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Aufzugsanlagen

Dialog
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Frage:

Im Betrieb gibt es bereits mehrere qualifizierte Aufzugswärter. Um über alle Schichten eine Personenrettung sicherzustellen, sind weitere Kollegen hierfür auszubilden. Wer darf Beschäftigte als Aufzugswärter qualifizieren?

Antwort:

Mit Einführung der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV (im Jahr 2003) wurde die bestehende Aufzugsverordnung abgelöst. Der Begriff des Aufzugswärters ist in der Betriebssicherheitsverordnung nicht mehr enthalten.

Die einzige Forderung zu dem angefragten Sachverhalt ist im § 12 (4) der BetrSichV enthalten:
"Wer eine Aufzugsanlage betreibt, muss sicherstellen, dass auf Notrufe aus einem Fahrkorb in angemessener Zeit reagiert wird und Befreiungsmaßnahmen sachgerecht durchgeführt werden."

Die Technische Regel für Betriebssicherheit - TRBS 3121 "Betrieb von Aufzugsanlagen" - Nr. 2.1 beschreibt den Aufzugswärter als eine Person, die für die Beaufsichtigung und regelmäßige Kontrolle der Aufzugsanlage und/oder die Personenbefreiung vom Betreiber/Arbeitgeber beauftragt ist. 

Nach den  Ausführungen der Nr. 3.3. der TRBS müssen die beauftragten Personen (Aufzugswärter) für ihre Aufgaben besonders unterwiesen werden. Die Unterweisung kann z. B. auch durch Mitarbeiter des Montagebetriebes, des Instandhaltungsunternehmens oder der ZÜS erfolgen. Die Unterweisung ist zu dokumentieren und die unterwiesenen Personen z. B. in einer Liste, die am Betriebsort der Aufzugsanlage aufbewahrt wird, namentlich zu hinterlegen. Diese Unterweisung muss ggf. nach einer Änderung entsprechend der TRBS 1121 und ansonsten regelmäßig wiederholt werden. Der Betreiber legt den Wiederholungszeitraum fest.

Die Verantwortung, wer die Ausbildung/Unterweisung der beauftragten Person durchführt, liegt unter Beachtung der Nr. 3.3 der TRBS 3121 beim Betreiber.