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KomNet-Wissensdatenbank

Darf der Ein- und Ausbau von Airbags und Gurtstraffern nur von Personen mit pyrotechnischer Fachkunde vorgenommen werden?

KomNet Dialog 11403

Stand: 14.06.2012

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Sprengstoffe, Pyrotechnik > Pyrotechnik

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Frage:

Sobald an einem Airbag/Gurtstraffer ein Stecker gezogen wird und dieser auch noch ausgebaut wird (wenn auch mit Innenverkleidung), ist meiner Meinung nach der Fachkundenachweis erforderlich. Es handelt sich eindeutig um einen Umgang mit pyrotechnischen Gegenständen. Einige Hersteller geben in der Ausbauanleitung für Seitenairbags eindeutige Sicherheitshinweise für den Umgang mit diesem Bauteil. D.h. für mich, wenn ein Sicherheitsrisiko besteht, ist auch ein Fachkundenachweis erforderlich. Für die Lagerung der ausgebauten Innenverkleidung mit Airbagmodul (wenn auch vielleicht nur für kurze Zeit)gelten selbstverständlich die Bestimmungen und Verordnungen aus dem SprengG. Der Hinweis, der Betrieb soll einen Mitarbeiter mit Fachkundenachweis haben, beruhigt zwar das Gewissen, ist aber unlogisch, wenn der Gewerbebetrieb nicht der Anzeigepflicht unterliegt. Zusammenfassend bin ich der Meinung, dass es sich bei dem Aus- und Einbau einer Türverkleidung mit Airbagmodul eindeutig um De- und Montagearbeiten pyrotechnischer Gegenstände handelt, die daher nur von Personen mit dem entsprechenden Fachkundenachweis durchgeführt werden dürfen, die in einem Betrieb arbeiten, der dies auch der zuständigen Behörde angezeigt hat.

Antwort:

Beim Ein- und Ausbau einer Fahrzeugtürinnenverkleidung, in der eine Airbageinheit eingebaut ist, handelt es sich nicht um "Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen" im Sinne von § 3 Sprengstoffgesetz - SprengG, wenn lediglich der Verbindungsstecker vom Fahrzeug am Airbag abgezogen wird und die Airbageinheit in der Türinnenverkeidung verbleibt.

Ferner gilt für in Türinnenverkleidungen eingebaute Airbageinheiten auch nicht die Sprengstofflager-Richtlinie "Lagerung von Airbag- und Gurtstraffer-Einheiten (SprengLR 240)".

Allgemein: Airbag- und Gurtstraffereinheiten, die in größeren Bauteilen von Kraftfahrzeugen, z. B. Armaturenbrettern, Lenksäulen, Türen oder Sitzen eingebaut sind, fallen nicht unter die Vorschriften des Sprengstoffgesetzes.

Der Ein- und Ausbau sowie die Aufbewahrung einer Fahrzeugtürinnenverkleidung mit eingebauter Airbageinheit kann somit von Personen ohne sprengstoffrechtliche Fachkunde durchgeführt werden und ist nicht anzeigepflichtig im Sinne des SprengG.

Auf das Merkblatt "Airbags und Gurtstraffereinheiten - Was ist beim Umgang zu beachten, Informationen für Arbeitgeber und Beschäftigte" des Thüringer Landesbetriebes für Arbeitsschutz und Technischen Verbraucherschutz weisen wird.