Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Welche Qualifikationen sind für elektrische Arbeiten notwendig, die ausschließlich an 24 Volt-Anlagen stattfinden?

KomNet Dialog 11326

Stand: 26.08.2015

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Reparaturen, Wartungsarbeiten

Dialog
Favorit

Frage:

Welche Qualifikationen sind für elektrische Arbeiten notwendig, die ausschließlich an 24 Volt-Anlagen stattfinden? Ist für solche Arbeiten ausschließlich die Elektrofachkraft befugt oder dürfen hier auch speziell unterwiesene Mechaniker tätig werden?

Antwort:

Gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG in Verbindung mit § 3 Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV ist der Arbeitgeber verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. Hierbei hat er mögliche Gefährdungen zu ermitteln, Maßnahmen zur Gefahrenabwehr bzw. Gefahrenminimierung eigenverantwortlich festzulegen und diese umzusetzen.

In die Erstellung der Gefährdungsbeurteilung sind auch die Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) und das berufsgenossenschaftliche Regelwerk einzubeziehen. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung legt der Arbeitgeber auch die Qualifikationen fest, die für bestimmte elektrotechnische Arbeiten erforderlich sind.Abweichungen vom "Technischen Regelwerk" sind grundsätzlich möglich, müssen aber in der Gefährdungsbeurteilung hinreichend dokumentiert werden. Da im Schadensfall solche Abweichungen oft sehr kritisch hinterfragt werden, empfehlen wir, diese im Vorfeld mit der Aufsichtsbehörde und/oder dem zuständigen Unfallversicherungsträger abzustimmen. Bei Einhaltung der Vorgaben aus dem Technischen Regelwerk kann der Arbeitgeber davon ausgehen, dass er die entsprechenden Vorschriften einhält.

Entsprechend § 3 der DGUV Vorschrift 3 (bisher: BGV A 3) "Elektrische Anlagen und Betriebsmittel" hat der Unternehmer (Arbeitgeber) dafür zu sorgen, "dass elektrische Anlagen und Betriebsmittel nur von einer Elektrofachkraft oder unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft den elektrotechnischen Regeln entsprechend errichtet, geändert und instand gehalten werden". In den Durchführungsanweisungen wird hierzu erläutert:
"Leitung und Aufsicht durch eine Elektrofachkraft sind alle Tätigkeiten, die erforderlich sind, damit Arbeiten an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln von Personen, die nicht die Kenntnisse und Erfahrungen einer Elektrofachkraft haben, sachgerecht und sicher durchgeführt werden können."

Welche Aufgaben aus dem Bereich der Elektroarbeiten durch Elektrofachkräfte, elektrotechnisch unterwiesene Personen oder elektrische Laien durchgeführt werden können, wird (z.T.) auch im Merkblatt M 36 "Sicherer Umgang mit elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln" der Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution (www.bghw.de) erläutert.

In Tabelle 5 der Durchführungsanweisung zu § 8 der BGV A3 werden Randbedingungen für das Arbeiten an unter Spannung stehenden Teilen hinsichtlich der Auswahl des Personals in Abhängigkeit von der Nennspannung genannt. Im Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung kann bei sorgfältiger Auswahl die entsprechende Personenqualifikation gewählt werden. 
Bei Nennspannung bis 50 V AC oder bis 120 V DC können nach Tabelle 5 alle Arbeiten, soweit eine Gefährdung, z.B. durch Lichtbogenbildung, ausgeschlossen ist durch 
- Elektrofachkräfte,
- Elektrotechnische unterwiesene Personen oder 
- Elektrotechnische Laien
durchgeführt werden.

Der elektrotechnische Laie muss die "10 Sicherheitsregeln für elektrotechnische Laien" beachten; siehe Merkblatt M 36.