Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Müssen ältere eingefrorene Blutproben von Mitarbeitern, die nach dem Gentechnik-Gesetz vorgehalten werden müssen, weiter aufbewahrt werden?

KomNet Dialog 11225

Stand: 12.06.2010

Kategorie: Belastungen durch Biostoffe > Rechts- und Auslegungsfragen, Sonstiges (6.1) > Sonstiges (6.1.3)

Dialog
Favorit

Frage:

In einem betreuten mittelständischen Pharmaunternehmen wurden vor ca. 10 Jahren Blutproben der Labormitarbeiter eingeforen und bis heute aufbewahrt. Dies sei nach dem Gesetz (Gentechnik-Gesetz?) erforderlich gewesen. An mich als Betriebsarzt wurde nun die Frage gestellt, ob diese Proben weiter aufbewahrt werden müssen oder ob sie verworfen werden können. Was ist nach der heutigen Gesetzeslage erforderlich?

Antwort:

Aktuelle Regelungen zur Durchführung von Vorsorgeuntersuchungen bei gentechnischen Arbeiten mit humanpathogenen Organismen finden sich in Anhang VI (zu § 12) der Gentechniksicherheitsverordnung (GenTSV) in Verbindung mit den §§ 8 und 12a Biostoffverordnung und der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV).

In den Technischen Regeln für biologische Arbeitsstoffe, hier TRBA 310 "Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Anhang VI Gentechnik-Sicherheitsverordnung" (www.baua.de/TRBA/) finden sich in Abhängigkeit von den verwendeten humanpathogenen biologischen Arbeitsstoffen bestimmte Angaben zu Pathogenität, Impfung, nachgehenden Untersuchungen und auch Asservierung (Aufbewahrung von Körperflüssigkeiten oder Körperzellen des Beschäftigten für die Abklärung der ursächlichen Zusammenhänge zwischen einer Erkrankung und der Exposition am Arbeitsplatz). In einem Fall ist eine Asservierung nicht sinnvoll, in allen anderen Fällen ist eine Asservierung nicht erforderlich.

Unter folgendem Link ist eine Stellungnahme der ZKBS zur Arbeitssicherheitsmaßnahme "Aufbewahrung von Blutproben" gem. § 12 i.V.m. Anhang VI GenTSV zu finden: http://www.ukaachen.de/go/show?ID=1315937&DV=0&COMP=download&NAVID=1731508&NAVDV=0

Offensichtlich war in einer früheren Fassung der GenTSV die 10-jährige Aufbewahrungsfrist von Blutproben, die bei Vorsorgeuntersuchungen anfallen, festgeschrieben. Auch im berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 43, der mittlerweile entfallen ist und in G42 eingegliedert wurde, war eine solche Aufbewahrungsfrist vorgesehen.

Wenn die 10 - jährige Aufbewahrungsfrist verstrichen ist, können entsprechende Blutproben, mangels aktueller fehlender Rechtsanforderung auch vernichtet werden.

Arbeitsschutzvorschriften sowie weitere Rechtsvorschriften können Sie unter www.arbeitsschutz.nrw.de/Service/rechtsvorschriften/index.php (--> Rechtsvorschriften Arbeitsschutz) oder www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032 aufrufen.