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Welche Anforderungen sind an die Arbeitsplätze auf Dächern für Reinigungarbeiten von verglasten Lichtkuppeln u.s.w. zu stellen?

KomNet Dialog 11203

Stand: 09.06.2010

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Absturzsicherungen, Geländer

Dialog
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Frage:

Welche Anforderungen sind an die Arbeitsplätze auf Dächern für Reinigungarbeiten von verglasten Lichtkuppeln,Bändern,Sheds zu stellen? Welche Anforderungen muß die Verglasung erfüllen? Was muß hier bei der Erstellung der Unterlage gem. Bst.-V. berücksichtigt werden? Mit freundlichem Gruß Dipl.-Ing.Th.Lackmann

Antwort:

Lichtplatten, Lichtbänder, Lichtkuppeln, Oberlichter, Glasdächer und Verglasungen, z.B. Shed-Dächer sind nicht duchsturzsichere Bauteile. D.h. sie sind nicht zum Betreten geeignet. Müssen sie dennoch betreten werden oder Arbeiten in der Nähe ausgeführt werden sind besondere Vorkehrungen zu treffen.

In der BGI 5074 "Arbeitsplätze und Verkehrswege auf Dächern", http://bibliothek.arbeitssicherheit.de/
wird unter Abschnitt 3.2.1. gefordert:
"Arbeitsplätze, bei denen die Gefahr des Absturzes von Beschäftigten besteht oder die an Gefahrenbereiche grenzen, müssen mit Einrichtungen versehen sein, die verhindern, dass Beschäftigte abstürzen oder in die Gefahrenbereiche gelangen.
In erster Linie kommen hier Geländer infrage. Geländer können dauerhaft installiert oder temporär angebracht werden."

In Abschnitt 3.2.2 wird erläutert: "Bei Lichtkuppeln oder Lichtbändern bieten sich Überdeckungen oder Unterspannungen an. In beiden Fällen wird der Absturz sicher verhindert." Überdeckungen würden allerdings Reinigungarbeiten an den Lichtkuppeln unmöglich machen. Deshalb wird alternativ auch ein Anseilschutz zugelassen. "Arbeiten im Bereich von Lichtkuppeln oder Lichtbändern können unter Anseilschutz durchgeführt werden, wenn andere Maßnahmen nicht zweckmäßig sind. Dann müssen geeignete Anschlageinrichtungen für PSA gegen Absturz vorhanden sein." ... "Anschlageinrichtungen an Lichtkuppeln oder Lichtbändern können größere Dachbereiche abdecken und mehrere Öffnungen gleichzeitig sichern.

Die Betriebsanleitung des Herstellers gibt Aufschluss über die Möglichkeiten der Montage und Positionierung solcher Anschlageinrichtungen. Ähnliches gilt auch für Einzelanschlagpunkte auf der Dachfläche. Es muss in jedem Fall darauf
geachtet werden, dass die zum Einsatz kommenden persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz für diesen Verwendungszweck geeignet sind.

Bei einem Absturz lässt es sich nicht vermeiden, dass das Verbindungsmittel der persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz an der Absturzkante um 90° umgelenkt und entsprechend ungünstig beansprucht wird. Die Auswahl des Verbindungsmittels ist so zu treffen, dass es diese Beanspruchung abdeckt.

Die Rettung einer nach einem Absturz im Auffanggurt hängenden Person muss in kürzester Zeit erfolgen. Die Bereitstellung aller erforderlichen Hilfsmittel gewährleistet eine planmäßige Rettung." 

Weitere Informationen auch zur Verantwortlichkeiten und zur Baustellenverordnung können Sie der o.g. BGI entnehmen.

 


Stand: Mai 2010