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Welche Voraussetzungen müssen Firmen erfüllen, die die Demontage und Entsorgung von Schallelementen mit Einlagen aus Mineralwolledämmstoffen durchführen wollen?

KomNet Dialog 11079

Stand: 20.06.2012

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Sanierungsarbeiten, Entsorgung

Dialog
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Frage:

Müssen Firmen, die für die Demontage und die anschließende Entsorgung von Schallelementen mit Einlagen aus Mineralwolledämmstoffen beauftragt werden, rechtlich verbindliche Voraussetzungen erfüllen, damit sie diese Tätigkeit durchführen dürfen?

Antwort:

Die Gefahrstoffverordnung fordert unter § 7 GefStoffV, dass der Arbeitgeber grundsätzlich im Rahmen der gemäß Gefahrstoffverordnung vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilung festzustellen hat, ob die Beschäftigten Tätigkeiten mit Gefahrstoffen durchführen oder ob Gefahrstoffe bei diesen Tätigkeiten entstehen oder freigesetzt werden. Ist dies der Fall, so hat er alle hiervon ausgehenden Gefährdungen für die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten unter den in § 7 genannten Gesichtspunkten zu beurteilen.
Da die Bewertung von Fasernstäuben eine äußerst komplexe Thematik ist, die teils sehr umfangreiche Recherchen erfordert, soll sich der Arbeitgeber bei der Gefährdungsbeurteilung stets von der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt beraten und unterstützen lassen. Näheres dazu ist der  TRGS 521 "Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten mit alter Mineralwolle", Ausgabe 2008, www.baua.de zu entnehmen.
Tätigkeiten mit alter Mineralwolle an örtlich und zeitlich veränderlichen Arbeitsplätzen (z.B. Baustellen) sind einmalig unternehmensbezogen baustellenunabhängig in das Gefahrstoffverzeichnis des Betriebes aufzunehmen (Ziffer 4.1 TRGS 521).
Auf die Broschüre "Umgang mit Mineralwolle-Dämmstoffen" der BG Bau www.bgbau-medien.de/site/asp/dms.asp?url=/bau/G_minwolle/titel.htm und die Broschüre des Bayrischen Landesamtes für Umwelt "Künstliche Mineralfaser (KMF)", Stand 2008, www.lfu.bayern.de/umweltwissen/doc/uw_32_kuenstliche_mineralfasern.pdf weisen wir ebenfalls hin.
Eine Mitteilung an die zuständigen Behörde, wie Sie für den Umgang mit asbesthaltigen Stoffen gemäß Gefahrstoffverordnung Anhang II, Kapitel 1 "Asbest", gefordert ist, besteht derzeit für Mineralwolle-Dämmstoffe nicht.
Hinweis:Ein formeller Sachkundenachweis wie er zum Schutz gegen Gefährdungen durch Asbest gefordert ist, wird für den Umgang mit Mineralwolle-Dämmstoffe nicht gefordert. Unabhängig davon muss natürlich die Entsorgungsfirma die in der Gefahrstoffverordnung geforderten Maßnahmen zum Schutze der Beschäftigten treffen (Informationsermittlung/Gefährdungsbeurteilung, Schutzmaßnahmen, Unterweisung der Beschäftigten / Betriebsanweisung).