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Darf mit einem nach der StrSchVO 89 ehemals nur anzeigepflichtigen Strahler, der damals ordnungsgemäss angezeigt wurde, jedoch keine bauartzugelassene Quelle zu sein scheint, weiter ohne Genehmigung umgegangen werden?

KomNet Dialog 10984

Stand: 14.06.2012

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Ionisierende Strahlung > Umgang mit radioaktiven Stoffen

Dialog
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Frage:

Kann mit einem nach der StrSchVO 89 ehemals nur anzeigepflichtigen Strahler (3,7 MBq Cs 137, Zylinderform 2x0,5 cm), der damals ordnungsgemäss angezeigt wurde, jedoch keine bauartzugelassene Quelle zu sein scheint (keine Kennzeichnung, lose Aufbewahrung in einem Behälter Type SC 111/3) weiter ohne Genehmigung umgegangen werden?

Antwort:

Der Umgang mit einem radioaktiver Strahler, Cs-137 mit 3,7 MBq, war nach der Strahlenschutzverordnung von 1989 (StrlSchV 1989) gemäß § 4 Abs. 1 in Verbindung mit Anlage II Nr. 1 StrlSchV 1989 genehmigungsfrei, wenn der Beginn des Umgangs der zuständigen Behörde vorher angezeigt wurde, da die Aktivität unter der Grenze von 10 Freigrenzen (Freigrenzen nach Anlage IV der StrlSchV 1989) lag.
Mit der Strahlenschutzverordnung vom 20.07.2001 (StrlSchV 2001) wurden diese Strahler, Aktivitäten kleiner 10 Freigrenzen, aber genehmigungspflichtig, wenn sie keine Bauartzulassung besaßen.
Gemäß den Übergangsvorschriften des § 117 Abs. 2 StrlSchV 2001 durfte mit einem nicht bauartzugelassenen Cs-137 Strahler mit 3,7 MBq, nur noch umgegangen werden, wenn bis zum 01. August 2003 bei der zuständigen Behörde (in NRW sind dies die Bezirksregierungen) ein Genehmigungsantrag gestellt wurde.
Ein Umgang mit einem Cs-137 Strahler mit einer Aktivität vom 3,7 MBq, wenn dieser keine Bauartzulassung hat, ist heute somit nur noch im Rahmen einer Genehmigung nach § 7 StrlSchV möglich.