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KomNet-Wissensdatenbank

Ist auf ein Fass mit Handpumpe zur Befüllung von Motorgeräten mit Zweitakt-Kraftstoff die TRbF 30 anzuwenden?

KomNet Dialog 10853

Stand: 21.04.2010

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Füllanlagen, Tankstellen

Dialog
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Frage:

Ein Unternehmen möchte zur Betankung von motorgetriebenen Trennschleifmaschinen ein 200-Liter-Faß mit vorgemischtem Zweitakt-Kraftstoff (1:50 / 1:25) auf dem Firmengelände aufstellen und dieses zur Entnahme des Kraftstoffes mit einer Handpumpe versehen. Gehe ich recht in der Annahme, dass hier die TRbF 30 Anwendung findet oder handelt es sich um eine Eigenbedarfstankstelle (TRbF 40)? Welche Vorschriften sind sonst zu beachten?

Antwort:

Bei der Entleerung des 200-Liter-Fasses, das leicht- oder hochentzündliche Flüssigkeiten beinhaltet, in eine motorgetriebene Trennschleifmaschinen, handelt es sich formal um eine Entleerstelle, bei der die technischen Anforderungen der TRbF 30 "Füllstellen, Entleerstellen und Flugfeldbetankungsstellen" eingehalten werden müssen.
Die TRbF 40 "Tankstellen" ist nicht anzuwenden, da eine Trennschleifmaschine kein Land-, Wasser- oder Luftfahrzeug ist. Bei der Betankung z.B. eines Rollers aus dem o.g. Fass, wäre auch die TRbF 40 maßgeblich.
Bei der Lagerung der Fässer sind zusätzlich die Anforderungen der TRbF 20 "Läger" einzuhalten (aktive Lagerung).
Neben den wasserrechtlichen Anforderungen, die bei den unteren Wasserbehörden der Städte und Kreise zu erfragen sind, müssen die Betriebssicherheitsverordnung (Gefährdungsbeurteilung nach § 3 BetrsichV, Explosionsschutzdokument nach § 6 BetrSichV, Prüfungen nach §§ 14 und 15 BetrSichV sowie Nr. 3.8 Anhang 4 BetrSichV) und die Gefahrstoffverordnung (Gefährdungsbeurteilung nach § 7 GefStoffV sowie der Anhang III Nr. 1 der GefStoffV "Brand- und Explosionsgefahren") beachtet werden.

Arbeitsschutzvorschriften sowie weitere Rechtsvorschriften können Sie unter www.arbeitsschutz.nrw.de/Service/rechtsvorschriften/index.php (--> Rechtsvorschriften Arbeitsschutz) oder www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032 aufrufen.

Stand: April 2010