Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Welchen zusätzlichen Sicherheitseinrichtungen werden für einen doppelwandigen Lagertank für konzentrierte Schwefelsäure benötigt?

KomNet Dialog 10814

Stand: 15.04.2010

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Lagerung von Gefahrstoffen

Dialog
Favorit

Frage:

Welchen zusätzlichen Sicherheitseinrichtungen (zusätzlich zur Überlauf- und Leckagesonde) werden für einen doppelwandigen Lagertank (Material Kunststoff; Inhalt 12 m³) für konzentrierte Schwefelsäure benötigt? Der Tank steht in einer Halle mit säurefester Bodenbeschichtung, Bodenabläufe münden in einer Neutralisationsanlage, der Tank ist druckfrei, steht auf einem Betonsockel, keine Gabelstaplerfahrwege sind in der Nähe und Betrieb nur wärend der Arbeitsszeit. Der Betrieb unterliegt nicht der Störfallverordnung. Aus welchen Verordnungen und Gesetzen kann ich entsprechende Anweisungen ersehen?

Antwort:

Für die beschriebene Lagerung ist eine Gefährdungsbeurteilung nach § 7 Gefahrstoffverordnung zu erstellen. In dieser müssen technische Schutzmaßnahmen prioritär aufgeführt werden. Eine Überlauf- und Leckagesonde  existiert bereits, daher sind die an dem Tank auszuführenden Arbeiten vorrangig zu betrachten. Da der Tank befüllt bzw. ggfs. häufig teilentleert wird, ist eine Füllstandsanzeige für den bediendenden Arbeitnehmer wirtschaftlich und sicherheitstechnisch wichtig. Der Behälter ist nach den gefahrstoffrechlichen Bestimmungen zu kennzeichnen. Dabei ist insbesondere zu beachten, dass durch organisatorische Maßnahmen sicher gestellt wird, dass nur wieder die gleiche Schwefelsäure in den Tank gefüllt wird, um Verwechselungen mit anderen Stoffen und Zubereitungen auszuschließen. Sollte die Kennzeichnung noch nicht erfolgt sein, sollte geprüft werden, ob diese schon ausschließlich nach den Kennzeichnungsregeln der Verordnung EG 1272/2008 (GHS-/ CLP-Verordnung) erfolgt. Siehe dazu auch die Bekanntmachung 408 "Anwendung der GefStoffV und TRGS mit dem Inkrafttreten der CLP-Verordnung" - Ziffer 4.4 (http://www.baua.de/cln_135/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/TRGS/Bekanntmachung-408.html).
Informationen zur Einstufung und Kennzeichnung nach GHS-Verordnung (CLP-Verordnung) finden sie unter http://www.reach-clp-helpdesk.de/de/Rechtstexte/Kompendium/Kompendium.html .
Da die Arbeitsgänge in der Gefährdungsbeurteilung zu betrachten sind, sind weiterhin organisatorsiche Maßnahmen, die direkt mit notwendigen Sicherheitseinrichtungen verknüpft sind, dort zu nennen und dann im Arbeitsraum bzw. Lageraum zu installieren. Diese sind eine unmittelbar erreichbare Notdusche, eine Augenspülmöglichkeit und eine Waschgelegenheit. Weiterhin gehören zu den notwendigen organisatorischen Sicherheitseinrichtungen Löschmittel in greifbarer Nähe (Schaum, Kohlendioxid bzw. Löschpulver) und weiterhin sind in erreichbarer Nähe Neutralisationsmittel bereitzuhalten. Alle Hilfsmittel sind säurebeständig auszuführen. Dies gilt für eine Handpumpe genauso wie für Schläuche und die notwendige persönliche Schutzausrüstung (Schürze, Nitrilhandschuhe, Schutzbrille und säurefeste Arbeitskleidung inkl. säurefeste Schutzschuhe).  Auf die entsprechenden Informationen der Gestis-Stoffdatenbank, www.dguv.de/ifa/de/gestis/stoffdb/index.jsp weisen wir hin.