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KomNet-Wissensdatenbank

Bis zu welcher Standhöhe dürfen fahrbare Arbeitsgerüste eingesetzt werden?

KomNet Dialog 10813

Stand: 30.12.2015

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Baustellen > Gerüste, Absturzsicherungen

Dialog
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Frage:

Zur Montage von Solarpanelen sollen Rollgerüste eingesetzt werden. Bis zu welcher Standhöhe dürfen diese eingesetzt werden?

Antwort:

Die Benutzung von Gerüsten durch Beschäftigte wird durch die Nummern 3.1 und 3.2  Anhang 1 Betriebssicherheitsverordnung -BetrSichV- geregelt. Diese Mindestanforderungen sind bei der Gefährdungsbeurteilung nach § 3 BetrSichV zu berücksichtigen.
Die Vorgaben werden durch technische und berufsgenossenschaftliche Regeln konkretisiert. Relevant ist z. B. die DGUV Information 201-047 (bisher: BGI 5101) der BG Bau (http://www.bgbau-medien.de/site/asp/dms.asp?url=/zh/bgi5101/titel.htm)

Für fahrbare Arbeitsbühnen (Rollgerüste) ist danach zu beachten:

"Aufbau 

  • Fahrbare Arbeitsbühnen dürfen nur unter Aufsicht einer befähigten Person auf-, ab- oder umgebaut werden. 
  • Die Beschäftigten müssen fachlich geeignet und speziell für diese Arbeiten unterwiesen sein. 
  • Fahrbare Arbeitsbühnen nach Aufbau- und Verwendungsanleitung des Herstellers errichten. 
  • Nur Bauteile eines Herstellers verwenden. 
  • Die Belaghöhe richtet sich nach der Aufbau- und Verwendungsanleitung und darf in Gebäuden maximal 12,00 m außerhalb von Gebäuden maximal 8,00 m betragen. 
  • Es müssen konstruktiv festgelegte Innenaufstiege vorhanden sein . 
  • Überbrückungen zwischen fahrbaren Arbeitsbühnen untereinander oder Gebäuden/Bauteilen sind unzulässig. 
  • Das Anbringen von Hebezeugen ist verboten. Ausnahme: Die Aufbau- und Verwendungsanleitung lässt dieses ausdrücklich zu. 
  • An fahrbaren Arbeitsbühnen muss an der jeweiligen Arbeitsebene ein dreiteiliger Seitenschutz vorhanden sein .

Verwendung 

  • Fahrbare Arbeitsbühnen sind vor der Verwendung von einer befähigten Person zu prüfen. 
  • Zulässige Belastung beachten. 
  • Fahrbare Arbeitsbühnen nur langsam und auf ebenem, tragfähigem und hindernisfreiem Untergrund verfahren. 
  • Fahrrollen müssen nach dem Verfahren durch Bremshebel festgesetzt werden . 
  • Jeglichen Anprall vermeiden. 
  • Nur in Längsrichtung oder übereck verfahren. 
  • Vor dem Verfahren lose Teile gegen Herabfallen sichern. 
  • Nicht auf Belagflächen abspringen. 
  • Aufenthalt von Personen auf fahrbaren Arbeitsbühnen während des Verfahrens ist nicht zulässig. 
  • Bei aufkommendem Sturm (ab Windstärke 6) und nach Beendigung der Arbeiten fahrbare Arbeitsbühnen gegen Umsturz sichern.

Anmerkung / Hinweis

  • Aus Bauteilen eines Systemgerüstes errichtete fahrbare Gerüste müssen auf ihre Brauchbarkeit geprüft und nachgewiesen werden."

In den Informationen (Bausteine B 23 "Fahrbare Arbeitsbühnen") der BG Bau werden die o. g. Anforderungen für fahrbare Gerüste / Arbeitsbühnen wiederholt.

Anforderungen an den Gerüstbauer und den Gerüstnutzer finden Sie in der DGUV Information 201-011 (bisher: BGI 663) "Handlungsanleitung für den Umgang mit Arbeits- und Schutzgerüsten" der Bau-BG bzw. gleichlautend als LASI-Leitfaden LV 37.

Hinweis: 
Das Regelwerk der Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaft / Unfallkasse) wird unter http://publikationen.dguv.de angeboten.
Arbeitsschutzvorschriften sowie weitere Rechtsvorschriften finden Sie unterwww.mais.nrw/service-rechtsvorschriften-und-datenbanken oder www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032.