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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Anforderungen werden an Arbeitsbekleidung für Tankwagenfahrer gestellt, die im Heizöl-Verteilerverkehr eingesetzt sind?

KomNet Dialog 10578

Stand: 16.03.2013

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Anforderungen und Eigenschaften von PSA

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Frage:

Welche Anforderungen werden an Arbeitsbekleidung (speziell Hose/Jacke) für Tankwagenfahrer gestellt, die im Heizöl-Verteilerverkehr eingesetzt sind, also im Tanklager das Fahrzeug befüllen und bei verschiedenen Endkunden entleeren.

Antwort:

Die BG-Information - BGI 857 "Sicherer Betrieb von Tankfahrzeugen für Mineralölprodukte" Kapitel 4.1.1 und Anhang 5 gibt Auskunft zur notwendigen PSA der Tankwagenfahrer.

Auszug:
"Beim Be- und Entladen arbeitet der Fahrzeugführer des Tankfahrzeuges im Freien, so dass er der Witterung ausgesetzt ist. Deshalb ist ein Schutz gegen Nässe, Wind und Umgebungskälte, also Wetterschutzkleidung, erforderlich. Die Wetterschutzkleidung kann gleichzeitig Warnkleidung sein, wenn sie die betreffenden Anforderungen erfüllt. .... Die Kleidung sollte schmutzunempfindlich sein und eine ausreichende Anzahl von Reinigungen, ohne Beeinträchtigung der Schutzwirkung, zulassen.
Von der Kleidung ausgehende Gefahren durch elektrostatische Aufladung müssen vermieden werden. .....
Der Fußschutz muss bei der Be- und Entladung gewährleistet sein. Dies erfordert Sicherheitsschuhe mit kraftstoffbeständigen Laufsohlen und antistatischen Eigenschaften. Die erforderliche Schutzstufe ist mindestens die Schutzkategorie S2. ........
Die Hände müssen bei der Be- und Entladung gegen Mineralöleinwirkungen geschützt werden. Dazu gehört die Verwendung geeigneter Handschuhe. .....
Zum Schutz der Augen ist an vielen Befüllstellen das Tragen einer Schutzbrille durch die Betriebsanweisung des Betreibers vorgeschrieben. ....."

Wie die PSA beschaffen sein muss, können Sie den berufsgenossenschaftlichen Regeln und Informationen und den relevanten Normen entnehmen. Eine Übersicht über die Normen finden Sie im Normenverzeichnis zur 8. ProdSV - "Verordnung über die Bereitstellung von persönlichen Schutzausrüstungen auf dem Markt"auf den Seiten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Hinweise:
Das Tragen einer Schutzbrille sollte im Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung bei allen Füll- und Entleervorgängen immer notwendig sein. An den Füllstellen wird oft das Tragen eines Schutzhelmes erforderlich sein.
Sind keine stationären oder fahrzeugeigenen Absturzsicherungen an der Füllstelle beim Top-Loading vorhanden oder nicht nutzbar, sind persönliche Schutzeinrichtungen gegen Absturz, sofern geeignete Anschlagpunkte vorhanden sind, zu nutzen. Dies gilt für den Fahrer, wie auch für Beschäftigte der Füll- / Entleerstelle, die Tätigkeiten auf dem Tankwagen vornehmen müssen. Relevant sind die BGR/GUV-R 198 "Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz" und die BGI 826 "Schutz gegen Absturz - Auffangsysteme sachkundig auswählen, anwenden und prüfen"

In den Merkblättern T 015 Eisenbahnkesselwagen für Flüssigkeiten und T 045 Tankfahrzeuge der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI)http://www.bgrci.de) werden weitere Hinweise zu dieser Thematik gegeben.