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Können schwangere Beschäftigte von vereinbarter Kurzarbeit ausgenommen werden, um eine Reduzierung des späteren Elterngeldes zu vermeiden?

KomNet Dialog 10539

Stand: 17.06.2014

Kategorie: Familie und Beruf > Kinderbetreuung / Familienzentren > Elternzeit - Elterngeld

Dialog
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Frage:

Wegen der prekären Situation am Arbeitsmarkt, die durch die Finanzkrise ausgelöst wurde, hat das Unternehmen, in dem meine Frau arbeitet, Kurzarbeit angemeldet. Die Einführung ist durch eine Betriebsvereinbarung geregelt worden und soll bald greifen. Da aber meine Frau bereits in der 13. Woche einer Schwangerschaft ist, wurde diese besondere Situation scheinbar nicht berücksichtigt. Die Gewerkschaft hat bereits in einem allgemeinen Positionspapier Stellung bezogen und darauf verwiesen, möglichst Schwangere von der Kurzarbeit zu befreien, um Nachteile beim Elterngeld zu vermeiden. Gespräche mit dem Betriebsrat werden nun geführt, um eine Lösung herbeizuführen. Auch die Gewerkschaft wird mit eingebunden. Sollte am Ende jedoch keine Übereinkunft realisiert werden können, stellt sich die Frage, ob es noch andere Lösungsansätze gibt?

Antwort:

Es gibt verschiedene Wege, wie man in Betrieben Kurzarbeit vereinbaren kann.  Kommt eine Vereinbarung des Arbeitgebers mit dem Betriebsrat über die Einführung der Kurzarbeit zustande, so kann diese auch für Personen eingeführt werden, die ansonsten aufgrund des Mutterschutzgesetzes nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen gekündigt werden könnten. Mit Blick auf die Berechnung des Elterngelds ist es daher ratsam, Schwangere in Betriebsvereinbarungen von der Kurzarbeit auszunehmen. Um das zu erreichen, sollte frühzeitig der Betriebsrat auf diese Problematik aufmerksam gemacht werden. Auch Gewerkschaften können Hilfestellung geben. Von beiden Möglichkeiten haben Sie bereits Gebrauch gemacht. Darüber hinaus gibt es zurzeit keine weiteren Regelungen zu diesem Sachverhalt.   


Hinweise:
Information: Die Internetplattform Forum W bietet Frauen und Männern, die nach einer längeren Familienzeit beruflich wieder einsteigen wollen, umfassende Informationen, Anregungen und Servicetipps, die den Jobeinstieg erleichtern und die Chancen beim Wiedereinstieg verbessern.

Beratung: Kostenlose Beratung zur beruflichen Entwicklung bietet ein Förderprogramm des  Landes Nordrhein-Westfalen.Die nächstgelegene professionelle Beratungsstelle ist hier zu finden Weiterbildungsberatung

Förderung: Der Erhalt von Bildungsschecks ist für Berufsrückkehrende möglich, so dass diese – neben Beschäftigten – vom Land Nordrhein-Westfalen, mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds, einen Zuschuss  für ihre berufliche Weiterbildungsmaßnahme erhalten können.