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KomNet-Wissensdatenbank

Hat eine arbeitslose Migrantin, die im Irak ein Biologie-Studium absolvierte, Anspruch auf BAFöG oder Berufsausbildungsbeihilfe?

KomNet Dialog 10537

Stand: 16.06.2014

Kategorie:

Dialog
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Frage:

Hat eine Irakerin, verwitwet, geb. 1979, nie in Deutschland gearbeitet, zurzeit ALG II Empfängerin, Anspruch auf BAföG oder Berufsausbildungsbeihilfe? Sie hat im Irak den Bachelor of Biology absolviert und möchte jetzt hier die Schule für Pharmazeutisch-Technische Assistentinnen besuchen.

Antwort:

Vor Aufnahme einer neuen Ausbildung sollte versucht werden, die im Ausland absolvierte Ausbildung bzw. das Studium anerkennen zu lassen. Sie hierzu folgende Internethinweise: www.anabin.de und ein „Wegweiser für die Anerkennung von im Ausland erworbenen Befähigungsnachweisen und Qualifikationen für Zuwanderer und Zuwanderinnen“: www.call.nrw.de/broschuerenservice/download/16367wegweiser-nrw.pdf.

Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) kann  während einer beruflichen Ausbildung sowie einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme geleistet werden, wenn es sich um eine betriebliche und nicht um eine schulische Ausbildung handelt und wenn es die erste berufliche Ausbildung ist..Weitere Informationen sind im Flyer zu BAB enthalten:  www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/BuergerinnenUndBuerger/Ausbildung/FinanzielleHilfen/Berufsausbildungsbeihilfe/index.htm
Berufsausbildungsbeihilfe wird bei der  Agentur für Arbeit beantragt, in deren Bezirk der/die Auszubildende seinen/ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat. Wird Berufsausbildungsbeihilfe erst nach Beginn der Ausbildung oder der berufsvorbereitenden Maßnahme beantragt, wird sie rückwirkend längstens vom Beginn des Monats an geleistet, in dem die Leistungen beantragt worden sind. Zu beachten ist, dass die Prüfung der Einkommensverhältnisse Bearbeitungszeit erfordert, insbesondere, wenn die Unterlagen nicht vollständig sind.

Zur Prüfung des individuellen Falles sollte sich die Anfragende zunächst an ihren Fallmanager/ihre Fallmanagerin bei der ARGE bzw. beim Grundsicherungsträger wenden. 
BAföG-Förderung ist eine gesetzliche Förderung des Bundes. Weitere  Informationen hierzu
www.bafoeg.bmbf.de/
.Ausbildungsförderung wird gemäß § 2 BAföG geleistet für den Besuch von
- weiterführenden allgemeinbildenden Schulen (z.B. Haupt-, Real- und Gesamtschulen, Gymnasien) ab Klasse 10 [§ 2 Abs. 1 Nr. 1 BAföG],
- Berufsfachschulen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt, einschließlich der Klassen aller Formen der beruflichen Grundbildung (z. B. Berufsvorbereitungsjahr), ab Klasse 10 [§ 2 Abs. 1 Nr. 1 BAföG],
- Fach- und Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt [§ 2 Abs. 1 Nr. 1 BAföG],
- Berufsfachschulklassen und Fachschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt, sofern sie in einem zumindest zweijährigen Bildungsgang einen berufsqualifizierenden Abschluss vermitteln [§ 2 Abs. 1 Nr. 2 BAföG],
- Fach- und Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt [§ 2 Abs. 1 Nr. 3 BAföG],
- Abendhauptschulen, Berufsaufbauschulen, Abendrealschulen, Abendgymnasien und Kollegs [§ 2 Abs. 1 Nr. 4 BAföG],
- Höheren Fachschulen und Akademien [§ 2 Abs. 1 Nr. 5 BAföG],
- Hochschulen [§ 2 Abs. 1 Nr. 6 BAföG]. 

BAföG-Förderung hängt in allen Fällen immer von einer persönlichen Fallprüfung ab. Entscheidend wird sein: Welche Perspektiven hat der Ausbildungs-/Weiterbildungswunsch? Was fördert die zuständige ARGE/Jobcenter? 


Hinweise:
Information: Die Internetplattform Forum W bietet Frauen und Männern, die nach einer längeren Familienzeit beruflich wieder einsteigen wollen, umfassende Informationen, Anregungen und Servicetipps, die den Jobeinstieg erleichtern und die Chancen beim Wiedereinstieg verbessern.

Beratung: Kostenlose Beratung zur beruflichen Entwicklung bietet ein Förderprogramm des  Landes Nordrhein-Westfalen.Die nächstgelegene professionelle Beratungsstelle ist hier zu finden Weiterbildungsberatung

Förderung: Der Erhalt von Bildungsschecks ist für Berufsrückkehrende möglich, so dass diese – neben Beschäftigten – vom Land Nordrhein-Westfalen, mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds, einen Zuschuss  für ihre berufliche Weiterbildungsmaßnahme erhalten können.